BKA veröffentlicht Lagebilder zur Organisierten Kriminalität und Drogenkriminalität
Bka informiert über organisierte kriminalität und drogenkriminalität
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat am Freitag über die Situation bei Organisierter Kriminalität und Drogenkriminalität im vergangenen Jahr informiert. Dabei zeigen sich besorgniserregende Entwicklungen.
Organisierte kriminalität
Bei der Organisierten Kriminalität wurden im vergangenen Jahr 647 Ermittlungsverfahren eingeleitet, was fünf mehr als im Vorjahr und der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre ist. Die Schadenssumme blieb mit 2,64 Milliarden Euro hoch, aber leicht unter dem Wert von 2023 (2,7 Milliarden Euro).
Tatverdächtige
Die Zahl der Tatverdächtigen belief sich auf 7033, was 4,3 Prozent weniger als 2023 war. Die größte Gruppe waren Deutsche mit fast einem Drittel (2309). Türkische Staatsbürger folgten mit 8,7 Prozent (611). Erstmalig machten syrische Tatverdächtige mit 4,7 Prozent die drittgrößte Gruppe aus (329).
Gewaltkriminalität
Das BKA verwies auf einen Rückgang bei Gewaltkriminalität, aber auch auf die Bereitschaft zur Gewaltanwendung im öffentlichen Raum. Es gab einen hohen Grad an Bewaffnung der Gruppierungen. Im vergangenen Jahr wurden 242 größtenteils illegal besessene Schusswaffen und 32 Kriegswaffen sichergestellt.
Cyberkriminalität
Cyberkriminalität machte 2024 laut BKA vier Prozent der Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität aus, mit 1,8 Milliarden Euro aber mehr als die Hälfte der Schadenssumme. Krypto-Mixer spielten dabei zunehmend eine Rolle.
Jugendliche als gewalttäter
Besorgt ist das BKA über die Rekrutierung von teils unerfahrenen Minderjährigen für Gewalttaten. Teenager werden oft über Gaming-Plattformen und soziale Medien angeworben. Dort werden „Jobs“ bis zum Mord gegen Bezahlung ausgeschrieben.
Verbrechen als dienstleistung
„Crime as a service“ ist auf dem Vormarsch, wenn Gruppen der Organisierten Kriminalität ihre Aktivitäten als Dienstleistung anbieten. Provisionen sind dabei eine lukrative Einnahmequelle.
Beweislastumkehr
Um Geschäften der Organisierten Kriminalität das Wasser abzugraben, kündigte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Beweislastumkehr bei der Einziehung von Vermögenswerten an. Bei unklarer Herkunft muss künftig der Nachweis erbracht werden, dass das Vermögen legal erworben wurde, sonst wird es eingezogen.
Drogenkriminalität
Die Zahl der Drogendelikte sank 2024 insbesondere wegen der Teilliberalisierung bei Cannabis um rund ein Drittel. Der Handel mit Ecstasy, Crystal, Kokain sowie Designerdrogen (NPS) stieg jedoch jeweils im zweistelligen Prozentbereich an.
Drogenschmuggel
Beim Drogenschmuggel nach Deutschland hat der Seeweg weiter eine hohe Bedeutung. Neben Lieferungen über Häfen werden Kokain-Pakete vor der Küste von Frachtern abgeworfen. Kriminelle Banden setzen Schlauch- oder sogar Tauchboote ein, um die illegale Fracht zu bergen. Drogen werden zudem in legale Importware wie Gewürze oder Saft gemischt.