Das legendäre Gran Café de Gijón schließt nach 137 Jahren
Ein ende mit ansage
Nach 137 Jahren schließt
das legendäre Gran Café de Gijón in Madrids zentraler Prachtallee Paseo de Recoletos. Das wohl bekannteste Kaffeehaus Spaniens wird von der mallorquinischen Gastronomie-Kette Cappuccino übernommen. Eine Modernisierung ist geplant, und das Kaffeehaus soll Anfang 2026 wiedereröffnet werden.Ein mythos geht zu ende
Das Gijón war nicht nur ein Ort zum Trinken eines café con leche, sondern auch ein Treffpunkt für Literaten, Künstler, Philosophen und Intellektuelle. Zahlreiche prominente Gäste, darunter Ernest Hemingway und Pablo Picasso, haben hier verweilt.
Historischer charme
Wer das Gijón betrat, fühlte sich in vergangene Jahrhunderte zurückversetzt: große Spiegel, Säulen, alte Marmortische, rote Plüschsofas und eichenholzgetäfelte Wände. Es war ein Gastraum, in dem viel geplaudert und debattiert wurde.
Prominente gäste
Viele Künstler, Politiker und Diplomaten zählten zu den Gästen des Gijón. Selbst die spanischen Königsfamilie und deutsche Bundeskanzler wie Willy Brandt und Helmut Kohl waren hier zu Gast. Die Vielzahl der prominenten Besucher spiegelte sich in den mit Widmungen versehenen Fotos an den Wänden wider.
Geschäfte und debatten
Das Gijón war nicht nur ein Ort der Kultur, sondern auch ein Ort der Geschäfte. Hier wurden Beschlüsse ausgehandelt und Verträge unterzeichnet. Für heikle Themen gab es die „Krypta“: das diskrete Restaurant im Kellergewölbe.
Gefahren und bedrohungen
In der Vergangenheit gab es Bedrohungen für das Gijón, darunter ein Anschlag und Versuche, das Café in ein Fast-Food-Restaurant zu verwandeln. Die Familie Escamilla wehrte diese Versuche ab, um den Geist des Hauses zu bewahren.
Neues kapitel
Die Cappuccino-Gruppe verspricht, das Erbe des Kultcafés zu bewahren. „Das Café de Gijón wird die Essenz bewahren, die es im Laufe seiner Geschichte begleitet hat“, heißt es in einer Mitteilung. Ob dies so bleibt, wird sich zeigen, wenn die Jalousien des Lokals wieder hochgehen.