Friedrich Merz präzisiert seine Stadtbild-Aussage

Friedrich merz präzisiert seine stadtbild-aussage

Endlich hat Friedrich Merz gemacht, was er längst hätte tun sollen: Der Kanzler hat konkretisiert, was er mit seiner Stadtbild-Aussage meinte. Merz bekräftigte, dass Menschen mit Migrationshintergrund unverzichtbarer Bestandteil des Arbeitsmarkts und Teil der Gesellschaft sind. Probleme habe er mit Menschen ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus, die „nicht arbeiten und sich auch nicht an unsere Regeln halten“. So weit, so klar. Nur: Warum nicht gleich so, Herr Merz?

Was die wirklichen probleme im stadtbild sind

Was die wirklichen probleme im stadtbild sind

Mit seinen Äußerungen hat der Kanzler eine Scheindebatte befeuert, die der ernsten Lage im Land nicht gerecht wird. Während einige dem CDU-Chef beipflichteten, gingen andere gegen ihn auf die Straße. Als lägen nicht schon genügend Probleme auf dem Tisch – Kriege, Wirtschaft, Sozialsysteme – hat Merz damit einen weiteren Keil in die Gesellschaft getrieben.

Merz

Merz' Äußerungen und ihre auswirkungen

Für einen schnellen politischen Punkt hat der CDU-Chef in Kauf genommen, Menschen mit Migrationshintergrund zu verprellen. Indem er seine Aussage tagelang nicht ausbuchstabierte, hat er viele gut Integrierte vor den Kopf gestoßen. Es wäre wichtig gewesen, ihnen sofort zuzurufen, dass nicht sie gemeint sind. Stattdessen legte Merz mit dem Hinweis nach, man solle nur seine Töchter fragen – und goss damit Öl ins Feuer.

Kanzler präzisiert „stadtbild“-Äußerung

Kanzler präzisiert „stadtbild“-Äußerung

Wahr ist aber auch: So populistisch Merz‘ Äußerung war, so sehr hat sie bei vielen Menschen einen Nerv getroffen. Ein großer Teil unterschreibt, dass sich das Stadtbild in den vergangenen Jahren verschlechtert hat. Das hat etwas zu tun mit Kriminalität, aber auch mit Leerstand, Obdachlosigkeit und hohen Mieten. Nun liegt es an Merz, daran etwas zu ändern. Als Kanzler sollte er Probleme nicht nur benennen – er sollte vor allem zu ihrer Lösung beitragen.