Modernes Schauspielhaus: 'Der Menschenfeind' von Molière
Neue inszenierung im schauspielhaus düsseldorf
Nach 'Der Geizige' hat sich das Schauspielhaus Düsseldorf erneut eine klassische Komödie von Molière vorgenommen. 'Der Menschenfeind' von 1666 wird in einer modernen Inszenierung von Regisseur Sebastian Baumgarten aufgeführt.
Bühnenbild und kostüme
Das Bühnenbild von Thilo Reuther ist eine Abkehr von traditionellen Hofsälen. Statt Samtfauteuils und Opulenz spielt sich alles in einer nüchternen Werkstatt ab. Die Maler tünchen den Boden und die Wand in einem grellen Gelb.
Text und gegenwart
Die Düsseldorfer Inszenierung greift auf die Prosaversion von Botho Strauß zurück, die Nuancen im Text besser hörbar macht. Parallelen zur heutigen Gesellschaft sind reichlich vorhanden, wie Klatsch, Spott und Heuchelei.
Regisseur und ensemble
Sebastian Baumgarten hat es sich zur Aufgabe gemacht, den menschlichen Abgründen hinter den Figuren nachzuspüren. Minna Wündrich spielt die kokette Witwe Céliemène, und Sebastian Tessenow ist ihr Geliebter Oronte.
Alceste und seine herausforderungen
Claudius Steffens spielt Alceste, der sich gegen gesellschaftliche Normen auflehnt. Er muss vor Gericht, verliert aber, wenn er nicht zu lügen bereit ist. Alceste bleibt standhaft und wird am Ende von Céliemène abgewiesen.
Kritik und beifall
Die Inszenierung hat einige überflüssige Griffe in die Klamauk-Kiste, aber die schauspielerischen Leistungen und die dezente Gitarrenmusik von Jovan Stojsin gefielen. Bei der Premiere gab es viel Beifall für Ensemble und Regieteam.
Termine und tickets
Das Stück wird noch drei Mal aufgeführt: am 30. Oktober, 21. November und 18. Dezember. Weitere Infos und Karten unter www.dhaus.de.