Tod des Oberkirchenrats a.D. Klaus Eberl

Reaktionen auf den tod von oberkirchenrat a.d. klaus eberl

Mit Betroffenheit und Trauer haben die vielen Weggefährten und Freunde auf die Nachricht vom Tod von Oberkirchenrat a.D. Klaus Eberl reagiert. Eberl prägte seit 1984 als Pfarrer 23 Jahre lang die Evangelische Kirchengemeinde Wassenberg und leitete zudem ab 1994 den Evangelischen Kirchenkreis Jülich als Superintendent.

Karriere und engagement

Karriere und engagement

Im Jahr 2007 wurde der zweifache Vater zum Oberkirchenrat und Leiter der Abteilung "Erziehung und Bildung" im Landeskirchenamt Düsseldorf gewählt. Diese Abteilung trug unter anderem die Verantwortung für zehn landeskirchliche Schulen mit insgesamt rund 8000 Schülerinnen und Schülern sowie für die Rahmenbedingungen der Arbeit der evangelischen Kindertageseinrichtungen im rheinischen Kirchengebiet zwischen Emmerich und Saarbrücken.

Mitgliedschaften und verantwortlichkeiten

Eberl war zudem Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und deren stellvertretender Präses. Bereits seit 2001 war er nebenamtliches theologisches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Engagement für menschen mit behinderung

Was das Profil des Kirchenmannes vor allem prägte, war sein Engagement für Menschen mit Behinderung. Eberl, 1955 in Bottrop geboren, erzählte 2021 in einem Rundfunkgespräch mit seinem Nachfolger als Wassenberger Pfarrer und Freund, Titus Reinmuth, wie es dazu kam: Als 18-Jähriger, der eigentlich Mathe und Naturwissenschaften studieren wollte, fand er beim Zivildienst durch den Kontakt mit behinderten Menschen zur Theologie. Es habe ihn beeindruckt, wie Menschen mit Behinderung mit ihren Grenzen umgehen und die ihnen gegebenen Möglichkeiten wertschätzen und nutzen, sagte Eberl, der sich als Pfarrer für die inklusive Betreuung in den beiden Kindertagesstätten in Wassenberg und Myhl des von ihm mitgegründeten Christlichen Kindergartenvereins einsetzte.

Ehrenamtliches engagement

Von der Begegnung mit behinderten Menschen habe er für sein eigenes Handicap lernen können, erzählte Eberl, der aufgrund seiner Parkinsonerkrankung, die er öffentlich machte, etwas früher in den Ruhestand ging, aber sein ehrenamtliches Engagement nicht ruhen ließ. So leitete er weiter (in Vertretung) Gottesdienste, gestaltete Andachten für Menschen mit Demenz, blieb Kurator der Mönchengladbacher Hephata-Stiftung und Vorsitzender der Stiftung Sozialer Protestantismus.

Gründung der initiative pskow (ip)

Sein besonderes Herzenswerk jedoch war die Gründung der Initiative Pskow (IP) in der Evangelischen Kirche im Rheinland, deren Vorsitzender Eberl bis zuletzt, trotz zunehmender gesundheitlicher Einschränkungen, blieb. In vielen Artikeln ist die aus der Evangelischen Kirchengemeinde Wassenberg hervorgegangene deutsch-russische Partnerschaftsinitiative für behinderte und benachteiligte Menschen in der westrussischen Stadt beschrieben. Die von der Wassenberger Kirchengemeinde aufgebaute Förderschule Heilpädagogisches Zentrum (HPZ) feierte vor zwei Jahren 30-jähriges Bestehen. Sie war der erste Baustein für weitere Einrichtungen in Pskow, in denen mit Unterstützung der deutschen Partner vor allem Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger und mehrfacher Behinderung Schritt für Schritt eine auf soziale Teilhabe und Sichtbarkeit ausgerichtete Begleitung und Förderung erfuhren, wie sie bis dahin in Russland völlig unbekannt war.

Reaktionen der evangelischen kirche im rheinland

Die Evangelische Kirche im Rheinland reagierte auf den Tod Klaus Eberls. "Hohe theologische Kompetenz, herausragendes soziales Engagement, feiner Humor und tiefe Menschlichkeit zeichneten ihn aus", so Präses Thorsten Latzel. Er führte weiter aus: "Mit seiner klugen, ausgleichenden Art zu leiten und zu handeln, hat er unsere evangelische Kirche nachhaltig geprägt – in seiner Heimatgemeinde Wassenberg, im Kirchenkreis Jülich, in der Evangelischen Kirche im Rheinland und in der Evangelischen Kirche in Deutschland."

Würdigende worte von titus reinmuth

Rührende und würdigende Worte fand auch Titus Reinmuth, Eberls Nachfolger als Pfarrer in Wassenberg. Beide waren eng miteinander befreundet: "Er hatte dieses besondere Charisma. Wenn man ihm begegnete, fühlte man sich schon durch seine Begrüßung umarmt."