Vogelgrippe in Nordrhein-Westfalen: Seuche breitet sich aus
- Ausbreitung der vogelgrippe
- Erreger in essener stadtzentrum
- Prognose der landwirtschaftsministerin
- Ausprägung der vogelgrippe unter kranichen
- Risiko für die allgemeinbevölkerung
- Empfehlungen der ständigen impfkommission
- Betroffene länder
- Weihnachtsgeflügel
- Maßnahmen des landwirtschaftsministeriums
- Vorfälle in nrw
Ausbreitung der vogelgrippe
Mit dem herbstlichen Zug von Wildvögeln nach Süden breitet sich das hochansteckende Vogelgrippe-Virus aus und bedroht Wildtiere und Geflügelhaltungen in NRW. Gerade wurde die Seuche in Rees im Kreis Kleve in einem Putenbetrieb nachgewiesen. Der gesamte Bestand von 19.000 Tieren wurde getötet, die Ställe wurden Freitag desinfiziert, im Umkreis von zehn Kilometern gilt nun eine Stallpflicht für Federvieh, auch in privater Haltung.
Erreger in essener stadtzentrum
Im Essener Stadtzentrum wurde der Erreger bei einer toten Kanadagans entdeckt, wobei noch unklar ist, ob diese die gefürchtete hochansteckende Variante trug. In der Landeshauptstadt Düsseldorf waren bislang alle Proben negativ.
Prognose der landwirtschaftsministerin
„Wir müssen damit rechnen, dass uns diesen Herbst die Geflügelpest noch eine ganze Weile beschäftigen wird, wenn man das gegenwärtige Infektionsgeschehen in weiteren Teilen Deutschlands und in Europa beobachtet“, prognostizierte Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) gegenüber unserer Redaktion.
Ausprägung der vogelgrippe unter kranichen
Die Ausbreitung der Vogelgrippe unter Kranichen hat laut Friedrich-Loeffler-Institut, der Forschungseinrichtung des Bundes für Tiergesundheit, ein Rekordausmaß erreicht. So viele Fälle wie in diesem Herbst habe es noch nie gegeben. Im Linumer Teichgebiet in Brandenburg wurden 1007 tote Kraniche geborgen.
Risiko für die allgemeinbevölkerung
Ein besonderes Risiko für die Allgemeinbevölkerung besteht laut Verbraucherschutzministerium wegen der Geflügelpest nicht. Aus infizierten Beständen gelange nichts in die Lebensmittelkette, und Durchgaren tötet das Virus ab. Grundsätzlich ist eine Übertragung der Vogelgrippe auf den Menschen aber möglich: Weltweit sind laut dem Robert-Koch-Institut wenige Hundert Fälle bekannt. „Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass vor allem Menschen mit engem Kontakt zu infiziertem Nutzgeflügel gefährdet sind“, heißt es dort.
Empfehlungen der ständigen impfkommission
Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät bestimmten Gruppen, sich gegen Grippe (Influenza) impfen zu lassen, um mögliche Doppelinfektionen mit Vogel- und saisonaler Grippe zu vermeiden. „Die Stiko hat bereits zu Beginn des Jahres wegen der Vogelgrippe-Gefahr ihre Impfempfehlung bezüglich des Grippeschutzes erweitert. Danach sollten sich alle, die beruflich und privat mit Geflügel, Wildvögeln, sowie Schweinen und Robben Kontakt haben, gegen die Grippe impfen lassen, um nicht gleichzeitig an Grippe und Vogelgrippe zu erkranken“, erläutert Apotheker-Präsident Thomas Preis.
Betroffene länder
Von der Verbreitung der Tierseuche sind andere Länder derzeit stärker betroffen als NRW. In Mecklenburg-Vorpommern mussten 150.000 Legehennen gekeult werden, im Kreis Cloppenburg 20.500 Puten, im Alb-Donau-Kreis 15.000 Tiere. „Es versetzt uns in große Sorge“, sagte Erich Gussen, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes. „Wir rufen alle Betriebe dazu auf, die Bio-Sicherheit zu erhöhen. Es darf von außen nichts an die Geflügelbestände herankommen. Es darf niemand Fremdes in den Stall, Futtermittel und Stroh-Einstreu müssen in Ordnung gehalten werden, die Halter müssen ihre Kleider wechseln, wenn sie den Stall betreten oder verlassen.“
Weihnachtsgeflügel
Sollte es immer mehr betroffene Betriebe geben, könnte sich das für Verbraucher auch beim Weihnachtsgeflügel bemerkbar machen. „Grundsätzlich bedeutet ein sinkendes Angebot bei konstanter Nachfrage, dass die Preise steigen. Da der Kostendruck in der Gastronomie weiter hoch ist, müssten Gastronomen möglicherweise steigende Einkaufspreise für Weihnachtsgänse weitergeben“, sagt Thorsten Hellwig, Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga NRW). Es komme jetzt darauf an, wie sich die Lage entwickele, wie viele Bestände aus Sicherheitsgründen vernichtet werden müssen und wie sich das auf das Gesamtangebot auswirke.
Maßnahmen des landwirtschaftsministeriums
Aus dem Landwirtschaftsministerium hieße es, man stehe mit Verbänden der Geflügelwirtschaft sowie der Landwirtschaft in engem Austausch über Schutzmaßnahmen. Für die kommende Woche lade man zu einem Treffen ein. „Um die aktuelle Welle der Geflügelpest zu stoppen, ist ein koordiniertes und gemeinsames Handeln über alle Ebenen hinweg notwendig“, sagte Gorißen.
Vorfälle in nrw
Schon in den vergangenen Wochen gab es in vereinzelte Nachweise des Virus bei Wildvögeln in NRW, so bei einem Kranich in Soest und einer Wildgans in Duisburg. Vor wenigen Wochen mussten rund 11.000 Legehennen in einem Betrieb in Paderborn getötet werden.