Hilden hofft trotz Westgard-Insolvenz auf Wohnbauprojekt
Westgard insolvenz
Trotz der Insolvenz des Immobilien-Entwicklers Westgard hat die Stadt Hilden immer noch Hoffnung, dass das Wohnbauprojekt an der Kirchhofstraße verwirklicht wird. Das sagt jetzt Baudezernent Peter Stuhlträger auf Nachfrage unserer Redaktion. Denn Partner des Projekts in Hilden sei laut Stadtverwaltung die Firma IM Mountain Blue GmbH – und zu der gebe es nach Kenntnis der Verwaltung weder einen Antrag auf Eröffnung noch ein laufendes Insolvenzverfahren.
Im mountain blue gmbh
Tatsächlich ist die IM Mountain Blue GmbH, genauso wie Westgard, ein Unternehmen des Immobilienökonoms und Diplom-Betriebswirts Philipp Tecklenburg. Beide Unternehmen haben dieselbe Adresse in Düsseldorf. Philipp Tecklenburg ist Sohn von Hermann Tecklenburg, dessen Bauunternehmen Anfang 2024 Insolvenz angemeldet und damit ein Erdbeben in der Branche ausgelöst hatte.
Insolvenzverfahren
Am 1. Oktober dieses Jahres hatte das Amtsgericht Düsseldorf nun auch das Insolvenzverfahren über die Westgard GmbH eröffnet. Die Eröffnung erfolgte aufgrund eines am 28. Juli bei Gericht eingegangenen Antrags des Unternehmens. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Markus Kier mit Sitz in Mönchengladbach bestellt.
Projektstatus
„Der Geschäftsbetrieb wurde bereits mit Antragstellung endgültig und dauerhaft eingestellt“, teilt Kier auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Und weiter: „Alle Projekte gab es nur in der Planungsphase. Diese wurde mit Antragstellung beendet. Darüber hinaus können wir keine weiteren Auskünfte geben“, heißt es von Kier. Zur Firma IM Mountain Blue lägen hingegen „keine Informationen vor“.
Investor westgard meldet insolvenz an
Die Firma Westgard ist neben Ratingen und Langenfeld auch in Bauprojekte in Hilden involviert. So hatte das Unternehmen übereinstimmenden Berichten von Fachmedien der Immobilienbranche zufolge im Oktober 2022 ein rund 6000 Quadratmeter großes Grundstück an der Herderstraße im Gewerbepark Niedenstraße mit Bestandsgebäuden von einer Privatperson gekauft. Die Bauten aus den 1960-er und 70-er Jahren sollten energetisch saniert werden, um sie mittelständischen Unternehmen vor Ort anzubieten, hieß es damals. Darüber hinaus würde am selben Standort ein Ergänzungsneubau geprüft. Ideen, die laut Insolvenzverwalter so offenbar nicht mehr in die Tat umgesetzt werden können.
Calor carré
Das Projekt an der Kirchhofstraße soll zwischen Hauptfriedhof und Bahntrasse neue Wohnbebauung entstehen. Das rund einen Hektar große Gebiet soll zu einem Wohngebiet entwickelt werden. So lange nichts Gegenteiliges bekannt wird, plant die Stadt Hilden indes das von der Firma IM Mountain Blue GmbH verantwortete Projekt an der Kirchhofstraße weiter. „Der Stand des Aufstellungsverfahrens ist, dass die Stadtverwaltung zusammen mit den von der Firma IM Mountain Blue GmbH beauftragten Ingenieur- und Planungsbüros die Sitzungsvorlage vorbereitet, auf deren Grundlage der Rat eine öffentliche Auslegung eines Entwurfes des Bebauungsplanes beraten und gegebenenfalls beschließen kann“, sagt dazu Peter Stuhlträger. Die Abstimmungen hierzu laufen noch. Wann die Beratung in den Gremien des Rates stattfinde, könne jedoch „aufgrund des Stands der Gespräche heute noch nicht gesagt werden“.