Neuer Behindertenbeauftragter in Erkelenz: Hans-Willi Bongartz

Hans-willi bongartz als neuer behindertenbeauftragter

Hans-Willi Bongartz hat Anfang des Jahres den Posten des ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt Erkelenz übernommen. Der 69-Jährige betont, dass Behinderung oft eine Frage der Perspektive ist: "Behindert ist man nicht, behindert wird man – und dies sehr häufig nicht mit Absicht, sondern durch die Unbedachtheit Dritter."

Bongartz kennt die Stadtverwaltung in- und auswendig, da er fast 47 Jahre lang in verschiedenen Funktionen gearbeitet hat. Er hat im Sozialamt, im Amt für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung sowie als stellvertretender Leiter des Haupt- und Personalamts tätig gewesen. Zudem war er lange Jahre mit der Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeister im Kreis Heinsberg betraut.

Barrierefreiheit und inklusion

Barrierefreiheit und inklusion

Das wichtigste Ziel eines jeden Behindertenbeauftragten ist es, Barrieren abzubauen. Bongartz will sich ein Bild von den aktuellen Herausforderungen machen und dann an den Punkten arbeiten, bei denen der größte Bedarf besteht. Er glaubt, dass es wichtig ist, flexibel zu sein und auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.

Demografischer wandel und zahlen

Laut aktuellem Tätigkeitsbericht des Behindertenbeauftragten haben knapp 19 Prozent aller Erkelenzer (9048 Bürger) einen Grad der Behinderung von mindestens 20. Einen Behinderungsgrad von mindestens 50 haben 4782 Personen – das sind mehr als zehn Prozent aller Einwohner. Die Zahlen steigen seit Jahren, vor allem durch den demografischen Wandel.

Projekt "survivor"

Sehr am Herzen liegt Bongartz das Projekt "Survivor" der Kinderkrebsstiftung. Er fordert, dass in Deutschland eine überstandene Krebserkrankung nach fünf Jahren aus den Akten gelöscht werden soll, um die Stigmatisierung von Überlebenden zu reduzieren.

Barrierefreiheit in erkelenz

Erkelenz ist auf einem guten Weg in Sachen Barrierefreiheit. Bongartz betont, dass eine historisch gewachsene Stadt nicht binnen weniger Jahre vollständig und normgerecht umgebaut werden kann. "Aber da, wo in Erkelenz umgebaut wird, wird die Barrierefreiheit mitgedacht."

Individuelle bedürfnisse

Wichtig sei, dass es nicht den Schwerbehinderten gibt, sondern dass jeder seine individuellen Bedürfnisse hat. Bongartz gibt das Beispiel einer Ampel, bei der ein Blinder einen kleinen Bordstein als Warnsignal haben möchte, während ein Rollstuhlfahrer diesen Bordstein als Problem empfindet.

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