Kartonagen-Tradition im freien Fall: Haiterbacher Firma insolvent – 110 Arbeitsplätze gefährdet
Ein traditionsreiches Kartonherstellerunternehmen aus dem schwäbischen Haiterbach steht vor dem Ruin. Die Karl Mayer Kartonagenfabrik GmbH & Co. KG meldete am vergangenen Wochenende Insolvenz an – ein Schock für die rund 110 Mitarbeiter und die gesamte Region.

Zweiter Produktionsstandort in Baden-Württemberg pleitegeht
Nur Wochen nachdem die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH ebenfalls Insolvenz bekannt gegeben hatte, droht nun ein weiteres Unternehmen aus der Verpackungsbranche die Zerrisung zu erleiden. Die Situation ist alarmierend und wirft Fragen nach der Zukunft der Branche auf.
Das Amtsgericht Tübingen hat bereits ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet und Rechtsanwalt Dr. Sebastian Mielke von Menold Bezler als Verwalter bestellt. Ziel ist es, die Firma zu sanieren und die Arbeitsplätze zu sichern – eine Mammutaufgabe angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen.
Die Karl Mayer Kartonagenfabrik, mit Hauptsitz in Haiterbach, hat seit 1958 maßgeschneiderte Verpackungslösungen aus Wellpappe für Gewerbe- und Industriekunden entwickelt. Neben Ottersweier und Altensteig-Spielberg belieferte das Unternehmen zahlreiche Kunden im Großraum Stuttgart.
Wie es konkret zu dem finanziellen Tiefpunkt kam, ist bislang unklar. Laut Dr. Mielke sollen die Krisenjahre 2024/2025 jedoch durch einen Turnaround-Versuch abgewendet werden. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind vorerst bis September 2026 über das Insolvenzgeld abgesichert. Die Suche nach einem geeigneten Investor steht nun im Fokus.
Die Insolvenz unterstreicht die zunehmenden Probleme in der Verpackungsindustrie, die durch hohe Energiekosten, Überkapazitäten und einen schwierigen Marktumfeld verstärkt werden. Die Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften und die gesamte Lieferkette sind gravierend. Die Karl Mayer Kartonagenfabrik wird nun eine entscheidende Phase durchlaufen, in der die Zukunft der 110 Mitarbeiter ungewiss ist.