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Kinderdemenz: Ein seltenes, aber ernstes Problem

Einleitung

Bis zu seinem dritten Schuljahr hatte sich ein kleiner Junge ganz normal entwickelt. Innerhalb von nur sechs Monaten veränderte sich sein Leben radikal. Es begann mit motorischen Problemen, gefolgt von kognitiven Ausfällen, Seh- und Hörstörungen und schließlich Krampfanfällen. Wie sich herausstellte, leidet er an einer Form der Kinderdemenz.

Über kinderdemenz

Über kinderdemenz

Kinderdemenz ist eine seltene Erkrankung, die bei Erwachsenen häufig vorkommt, bei Kindern jedoch nur äußerst selten und in der Regel genetisch vererbt ist. Deutschlandweit gelten rund 8000 Erbkrankheiten als selten, darunter auch Kinderdemenz.

Früherkennung und therapie

Die Früherkennung ist entscheidend, um durch eine gezielte Therapie die neurologischen Schäden so gering wie möglich zu halten. Dies bedarf einer ausführlichen Anamnese und dass die Ärzte den Eltern sehr genau zuhören. „Wenn sie sagen, mein Kind kann dies und jenes nicht mehr, ist das ein erstes Zeichen dafür, dass neurologische Störungen vorliegen“, erklärte Jutta Gärtner dem Publikum im Plenarsaal des Rathauses bei der Preisverleihung.

Beispiel aus der praxis

Die engagierte Medizinerin Jutta Gärtner beschrieb am Beispiel der kleinen Ella, wie sie vorgeht. Das Mädchen zeigte bereits als Einjährige eine Entwicklungsverzögerung. Im Alter von vier Jahren konnte sie nur mit Unterstützung laufen und kaum sprechen. „Die Symptome erinnern an eine Virusinfektion.“ Wäre Ellas neurologische Erkrankung früher erkannt und mit der Therapie entsprechend begonnen worden, hätte sie eine Chance gehabt. Einmal abgestorbene Hirnareale ließen sich jedoch nicht mehr regenerieren, bedauerte Jutta Gärtner.

Familienfall

In einem anderen Fall konnte sie helfen. Da waren gleich drei Kinder einer Familie durch einen Gendefekt betroffen. Beim mittleren Geschwisterchen konnte die Zerstörung der Hirnzellen verzögert und schließlich aufgehalten, bei der Jüngsten sogar komplett verhindert werden. „Kinder machen zwar nur 20 Prozent unserer Bevölkerung aus, aber sie haben das gleiche Recht auf eine Behandlung wie Erwachsene, denn sie machen 100 Prozent unserer Zukunft aus“, stellte die Preisträgerin klar.

Fördersumme

Die 18.000 Euro Fördersumme kann die Professorin, die auch Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina ist, für ihre Forschung gut gebrauchen, denn für die Pharmaindustrie seien seltene Erbkrankheiten nicht lukrativ, bedauerte sie.

Schlussfolgerung

Die Früherkennung und Therapie von Kinderdemenz sind entscheidend, um die neurologischen Schäden zu minimieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es ist wichtig, dass Eltern und Ärzte aufmerksam auf die ersten Anzeichen achten und gemeinsam nach Lösungen suchen.