Teambildung und Wertevermittlung im Ferienprojekt für geflüchtete Kinder
Teambildung durch praktische Übungen
Im Rahmen des Ferienprojektes für geflüchtete Kinder wird Teambildung ganz praktisch geübt. Viele Aufgaben erfordern die Zusammenarbeit von zwei Personen. Beispielsweise muss ein Teilnehmer seinem Teampartner einen Reifen um den Körper legen und ihn damit durch den Raum führen, während der Teampartner die Augen geschlossen hat. Ira Paul, Inhaberin von 'Pazuru', betont: 'Man darf den anderen nicht vor eine Wand führen oder gegen andere Personen.'
Kampfkunst als medium zur wertevermittlung
Hier wird Kampfkunst als Medium verwendet, um Werte zu vermitteln. 'Man muss aufeinander aufpassen', sagt Ira Paul. Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung für viele Übungen, vor allem, wenn sie in Richtung Kampfkunst gehen. Dabei geht es darum, Konflikte so auszutragen, dass niemand verletzt wird. Denis Paul, der das Ferienprogramm leitet, betont: 'Von Kampfkunst haben viele ein falsches Bild.'
Konflikte und kommunikation
Das Projekt behandelt auch Konflikte. Am ersten Tag ging es um Streit und Konflikte untereinander. Dabei wurde der Fokus zunächst auf die Gefühle gelegt. Am zweiten Tag ging es um Konflikte mit anderen. Viele Übungen werden durch Bewegung ausgedrückt. So müssen zwei Teilnehmer auf einem Band aufeinander zu balancieren und sich gegenseitig zurückdrängen.
Organisation und finanzierung
Das Ferienprogramm wird gemeinsam organisiert vom Jugendamt, der Abteilung Asyl und Integration des Sozialamts, dem Verein Du-Ich-Wir und dem Kampfkunst- und Gesundheitszentrum 'Pazuru'. Finanziert wurde das Projekt mit Landesfördermitteln. Die Haaner Felsenquelle hat Limo für die Teilnehmer gespendet.
Teilnehmer und herausforderungen
Am ersten Tag waren sieben Kinder dabei, am zweiten Tag waren es schon 16. Die unterschiedlichen Sprachen und der große Altersunterschied (7 bis 15 Jahre) sind Herausforderungen. Die Kursleiter müssen das Stundenbild so aufbauen, dass alle gefordert werden. 'Die Älteren passen auf die Jüngeren auf, die Jüngeren lernen von den Älteren', sagt Denis Paul.
Zusammenarbeit und lernen
Claudia Aust vom Verein Du-Ich-Wir meint: 'Es ist ein Zusammenschluss von Körper und Geist.' Das Projekt ist lebensorientiert angelegt und abholend, wo die Kinder stehen. Denis Paul betont: 'Ich will, dass die Kinder eine gute Zeit hier haben.'