Brand in Leiharbeiterunterkunft in Goch

Brand in leiharbeiterunterkunft in goch

Ein brand in einer Leiharbeiterunterkunft an der Kalkarer Straße hat erneut die prekäre Wohnsituation vieler ausländischer Arbeitskräfte in Goch ins öffentliche Bewusstsein gerückt. In der Nacht zum 19. Oktober wurden laut Feuerwehrangaben insgesamt 24 Personen aus dem betroffenen Gebäude evakuiert. Ob alle diese Personen dort auch tatsächlich gemeldet waren, ist noch offen.

Verdächtiger festgenommen

Verdächtiger festgenommen

Die Polizei verdächtigt, wie berichtet, einen 32-jährigen rumänischen Bewohner, das Feuer vorsätzlich gelegt zu haben. Er wurde nach kurzer Flucht festgenommen und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag und schwere Brandstiftung.

Spd goch zeigt sich alarmiert

Spd goch zeigt sich alarmiert

Die SPD Goch zeigt sich alarmiert: „Die Situation in vielen Leiharbeiterunterkünften ist seit Jahren inakzeptabel“, sagt Frank Thon, Co-Vorsitzender der SPD Goch. Er verweist auf das Wohnraumstärkungsgesetz NRW, das seit 2021 den Kommunen weitreichende Kontroll- und Eingriffsmöglichkeiten bietet – etwa bei baulichen Mängeln, Überbelegung oder fehlenden Brandschutzkonzepten.

Anfrage der spd-fraktion

Vor diesem Hintergrund hat die SPD-Fraktion eine formelle Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt. Darin wird unter anderem gefragt, ob die Nutzung der Liegenschaft als Unterkunft bekannt war, ob bauliche Mindestanforderungen geprüft wurden, ob bei festgestellten Mängeln Maßnahmen wie Räumung ergriffen wurden, wie viele Personen tatsächlich gemeldet waren und wie viele solcher Unterkünfte sich aktuell im Stadtgebiet befinden.

Ziel der anfrage

Ziel der Anfrage ist es, ein klares Bild der aktuellen Lage zu erhalten und die Verwaltung aufzufordern, die gesetzlichen Möglichkeiten konsequent und gezielt zu nutzen, um die Wohnsituation in diesen Unterkünften nachhaltig zu verbessern. Frank Thon betont: „Wohnen ist soziale Daseinsvorsorge – auch für Menschen, die unter schwierigen Bedingungen in unserer Stadt arbeiten. Es darf nicht sein, dass ausbeuterische Wohnverhältnisse und mangelnde Kontrolle zu wiederholten Gewalttaten und lebensgefährlichen Situationen führen.“

Wichtige daten

  • 24 Personen evakuiert
  • 32-jähriger rumänischer Bewohner verdächtigt
  • Wohnraumstärkungsgesetz NRW seit 2021