Grausame Tierquälerei in Kölner Schlachthof
Anklage wegen tierquälerei
Am Freitagmorgen war der Saal 18 des Kölner Amtsgerichts gut gefüllt mit Zuschauern, die von den grausamen Tierquälereien in einem Schlachthof in Hürth erschüttert wurden. Die Staatsanwältin listete 37 Fälle auf, die zwischen Dezember 2022 und Januar 2023 von vier Mitarbeitern begangen worden sein sollen. Videos, die von der Tierrechtsorganisation Aninova untercover aufgenommen wurden, dokumentierten die Vorfälle.
Schwere vorwürfe
Die Anklage wirft den Mitarbeitern vor, Rindern, Schafen und Ziegen erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt zu haben. Die Tiere wurden nicht richtig betäubt, bevor ihnen die Kehlen durchgeschnitten wurden. Lebende Schafe sollen schwer verletzt und panisch neben sterbende Tiere gelegt worden sein. Verängstigte Kälber sollen mit Mistgabeln auf den Kopf geschlagen und Rinder, bei denen der Bolzenschuss nicht richtig gesetzt worden war, lebendig an Ketten an den Wänden hochgezogen worden sein.
Reaktionen der tierschützer
Dutzende Tierschützer demonstrierten vor dem Justizgebäude und forderten eine strafrechtliche Aufarbeitung auch auf Ebene der Verantwortlichen. Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von Aninova, sagte: "Wer Strukturen schafft und duldet, in denen Tiere systematisch gequält werden, darf sich nicht hinter Beschäftigten verstecken. Auch der Betreiber des Schlachthofs gehört zur Verantwortung gezogen."
Verhandlung und vertagung
Einer der ehemaligen Schlachthof-Mitarbeiter, ein 32-jähriger Familienvater mit bulgarischer Staatsangehörigkeit, sitzt auf der Anklagebank. Sein Verteidiger beantragte die Aussetzung des Verfahrens, da die Anklageschrift nicht in bulgarischer Sprache zugestellt worden sei. Der Amtsrichter gab dem Antrag statt und vertagte das Verfahren. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.
Schlachthof geschlossen
Der Schlachthof wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe vom Veterinäramt geschlossen. Das Gericht hatte die Anklageschrift gegen den Betreiber nicht zur Hauptverhandlung zugelassen – mangels hinreichenden Tatverdachts.
Zusammenfassung
Die grausamen Tierquälereien in dem Schlachthof in Hürth haben zu einer Anklage gegen vier Mitarbeiter geführt. Die Tierschützer fordern eine umfassende strafrechtliche Aufarbeitung und die Verantwortung der Strukturen, die solche Taten ermöglichen.