Hyaluronsäure-Injektionen bei Arthrose: Wirksamkeit und Risiken

Einleitung

Hyaluronsäure-Injektionen gehören zu den großen Trends in der Behandlung von arthrose. Weltweit werden fast 2,4 Milliarden Dollar damit umgesetzt, doch in Deutschland gehören sie zu den sogenannten Igel-Leistungen. Der Patient zahlt die Kosten von bis zu 500 Euro pro Behandlungszyklus selbst.

Wissenschaftliche bewertung

Wissenschaftliche bewertung

Die Wissenschaftler des bundeseigenen Igel-Monitors haben der beliebten Therapie jetzt ein ausgesprochen negatives Urteil ausgestellt. Ihr Resümee nach Auswertung von 25 methodisch hochwertigen Studien lautet: Die Effekte der Injektionen seien im Hinblick auf Schmerzen und Funktionen der Kniegelenke "aus klinischer Sicht bedeutungslos", und bei Hüftgelenken "ließ sich gar kein Unterschied gegenüber der Scheinbehandlung zeigen".

Risiken

Dafür gäbe es beträchtliche Risiken, von Schwellungen und Erwärmungen bis zu schweren Infektionen.

Kritik an der studie

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie wirft jedoch den Igel-Experten vor, die "zugegeben komplexen Grundlagen der Hyaluronsäure-Injektionen verzerrt oder falsch wiederzugeben". Das Gutachten sei lediglich ein "Beitrag zum Ärzte-Bashing", rekapituliere aber nicht die tatsächliche Datenlage.

Alternative behandlungsmethoden

Ein Patient mit leichter oder mittelschwerer Kniearthrose könnte also zur Ganganalyse beim dafür qualifizierten Physiotherapeuten, Orthopäden oder Sportmediziner gehen, wo dann möglicherweise die Fußstellung korrigiert wird. Sport ist ein hilfreiches Instrument gegen arthrose. "Mit ihm bauen wir Muskeln auf, die für eine Entlastung im Gelenk sorgen", erläutert Karl-Dieter Heller, Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig.

Gen-forschung und neue hoffnung

Neue Hoffnung auf Perspektiven in der medikamentösen Arthrose-Behandlung macht die Gen-Forschung. Ein internationales Forscherteam um Eleftheria Zeggini vom Helmholtz-Zentrum München hat jetzt 962 Gen-Varianten identifiziert, die man bei Arthrose-Patienten öfter findet.

Operative behandlungen

Ein Hauptauslöser für die Erkrankung ist eine O-Bein-Stellung. Kanadische Orthopäden konnten nun in einer Studie belegen, dass hier eine sogenannte HTO (Osteotomie des Tibiakopfes) helfen kann. Bei diesem chirurgischen Eingriff am Schienbeinkopf wird die Beinstellung so verändert, dass die Belastung wieder gleichmäßiger auf das Gelenk verteilt wird.