Palliative-Care-Konzept im Seniorenzentrum Erikaweg
Einführung
Die Pflege von sterbenden Menschen, insbesondere wenn sie unter Demenz leiden, ist unter den geltenden Zeitvorgaben der Dienstpläne kaum möglich. Eine intensivere Betreuung der demenziell erkrankten älteren Menschen ist finanziell von den aktuellen Pflegesätzen nicht gedeckt.
Innovatives konzept
Um diesen Zustand grundlegend zu ändern, ist im Seniorenzentrum Erikaweg ein Palliative-Care-Konzept entwickelt und realisiert worden, das den betroffenen Menschen ein Höchstmaß individueller Sorge zukommen lässt. Das innovative Konzept, das nach Einschätzung von Seniorenzentrums-Geschäftsführerin Beate Linz-Eßer in dieser konkreten Ausgestaltung das einzige im größeren Umkreis ist, resultiert aus dem glücklichen Zusammenkommen von fachlicher Kompetenz und einer großzügigen Spende der Matthias-Brock-Stiftung.
Seniorendienste stadt hilden gmbh
Die Seniorendienste Stadt Hilden GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft im hundertprozentigen Eigentum der Stadt Hilden. Mit seinen beiden Seniorenzentren am Erikaweg und in der Hummelsterstraße bieten die Seniorendienste ein Leistungsspektrum von stationärer Pflege, Kurzzeitpflege, Tagespflege und Seniorenwohnungen mit unterschiedlichem Servicegrad an.
Betreuung und pflege
Während bei Schmerzpatientinnen und -patienten die Schmerzbekämpfung durch ärztliches Personal der SAPV (Spezialisierte ambulante palliative Versorgung) abgedeckt wird, liegen Pflege und Betreuung in den Händen des Seniorenzentrums. Andrea Köhler, stellvertretende Einrichtungsleiterin hatte die Idee für das Konzept eines umsorgten Sterbens, das auch die individuell notwendige Zeit für die Pflege beinhaltet. Mit Alexandra Blume war bereits die entsprechend ausgebildete Fachkraft im Haus tätig, und mit der Matthias-Brock-Stiftung gab es dann auch den Helfer in finanzieller Not.
Alexandra blume
„Das alles hat super gepasst, andernfalls wäre ich aus meinem Beruf als Pflegekraft ausgestiegen“, sagte Blume, die ihr Examen als Krankenpflegerin 2002 am Klinikum Essen abgelegt hat. Weitere berufliche Stationen in den Bereichen Hämatologie und Onkologie waren Langenfeld und Leverkusen. „Ich war also immer nah am Sterben dran, habe aber dann schließlich eine einjährige Weiterbildung in Palliative Care absolviert, ehe ich 2017 hier nach Hilden kam“, sagte die 46-Jährige, deren Empathie-Potenzial mit landläufigen Standards kaum zu erfassen ist.
Pflege und betreuung
„Wichtig im Umgang mit demenziellen Menschen ist Ruhe, eine Langsamkeit bei allen Tätigkeiten, ansonsten werden sie schnell unruhig oder gar ängstlich“, sagte Alexandra Blume, die die Langsamkeit zu ihrem Credo erhebt und sich, wenn notwendig, für die Betreuung alle Zeit der Welt nimmt. „Ich kriege bei Menschen jede Veränderung mit, und wenn ich eine verstärkte Unruhe bemerke, weiß ich, dass es häufig zu Ende geht, und dann bin ich auch schon mal nachts am Bett, um die Hand zu halten, die dann das Loslassen erleichtert“, sagt Blume.
Unterstützung durch matthias-brock-stiftung
Reinhard Gatzke, Vorsitzender des Kuratoriums der Matthias-Brock-Stiftung, die das zunächst auf drei Jahre befristete Projekt mit insgesamt 239.000 Euro unterstützt, sagt: „Wir geben mutigen und innovativen Ideen eine Chance, dass diese umgesetzt werden können, und wenn ich Frau Blume höre, dann bin ich mir sicher, dass wir die richtige Wahl getroffen haben“. Die 2001 gegründete Stiftung hat bislang vier Millionen Euro in Projekte, primär für ältere Menschen, fließen lassen.
Zusammenfassung
Das Palliative-Care-Konzept im Seniorenzentrum Erikaweg bietet eine individuelle und intensive Betreuung für sterbende Menschen mit Demenz. Es wird durch eine großzügige Spende der Matthias-Brock-Stiftung ermöglicht und von Alexandra Blume, einer erfahrenen Pflegekraft, umgesetzt.
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