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Versorgungskrise in NRW: Kommunale Spitzenverbände und KVen warnen vor massiver Verschärfung

Versorgungskrise in nrw

Die allgemeine medizinische Versorgung in Nordrhein-Westfalen (NRW) wird in den kommenden Jahren voraussichtlich erheblich verschärft werden. Vertreter der kommunalen Spitzenverbände und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) warnen vor einer massiven Unterversorgung, wie aus ihren Stellungnahmen für eine Landtagsanhörung hervorgeht.

Betroffene regionen

Betroffene regionen

Die Unterversorgung betrifft nicht nur ländliche Regionen, sondern auch Stadtteile in größeren Metropolen. Der Städtetag NRW berichtet, dass Versorgungsmängel in den Städten zunehmend deutlicher werden. Vielerorts ist die Versorgung im Durchschnitt noch in Ordnung, aber innerhalb des Stadtgebietes höchst unterschiedlich und teils defizitär verteilt.

Kinderärzte und hausärzte

Eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt in einem sozial schwierigen Stadtteil ist oft kaum oder gar nicht zu finden. Ähnliches gilt für Hausärzte. Die KVen berichten, dass mehr als ein Drittel der Haus- und Fachärzte bereits über 60 Jahre alt sind und die Suche nach Nachfolgern schwierig ist.

Maßnahmen in nrw

Das Land NRW hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Versorgung zu verbessern. Dazu gehören die Landarztquote, bei der Abiturienten zum Medizinstudium zugelassen werden, die sich verpflichten, in unterversorgten Gebieten zu praktizieren. Das Hausarztaktionsprogramm bietet einen Zuschuss von bis zu 60.000 Euro bei Niederlassung oder Anstellung in Mangel-Regionen.

Prognosen und herausforderungen

Eine Prognose der KVen zeigt, dass in den nächsten acht Jahren in 75 von 205 Teilregionen des Landes eine deutliche Unterversorgung erwartet wird. Die Corona-Pandemie hat die Herausforderungen des Gesundheitssystems deutlich gemacht. Mehr als ein Drittel der Haus- und Fachärzte sind über 60 Jahre alt, und die Suche nach Nachfolgern ist schwierig.

Forderungen der spd-fraktion

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thorsten Klute, fordert das Land zum Handeln auf. Er warnt vor einer extrem schwierigen Versorgungssituation und verlangt, dass mehr Kommunen in der Lage sein sollten, medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu gründen. Diese Zentren können von den Medizinern selbst gegründet werden oder von den Kommunen.

Gründungsberatung und unterstützung

Klute fordert, dass die zu hinterlegenden Bürgschaften reduziert oder vom Land durch Förderprogramme gestemmt werden sollten. Außerdem benötigen vor allem die kleineren Kommunen bessere Gründungsberatung. Die kommunale oder gemeinnützige Trägerschaft von MVZ ist wichtig, um sicherzustellen, dass nicht nur Privatpatienten behandelt werden.

Stellungnahme des gesundheitsministeriums

Eine Sprecherin von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erklärte, dass die Gründung eines MVZ durch eine Kommune erst als letztmögliche Option in Betracht gezogen werden sollte. Die Gründung und der Betrieb eines MVZ sind oft mit nicht unerheblichen finanziellen Risiken für die Kommunen verbunden.

Vorschläge des landkreistags und städte- und gemeindebunds nrw

Der Landkreistag und der Städte- und Gemeindebund NRW warnen vor einer Verantwortungsverlagerung auf die Kommunen und schlagen vor, dass die KVen selbst in Abstimmung mit den Gemeinden als Betreiber von MVZ auftreten könnten.

  • Landarztquote
  • Hausarztaktionsprogramm
  • Gründung von MVZ
  • Förderprogramme und Gründungsberatung