kultur

Geheimtreffen im Heimatmuseum: Ein kulinarischer Abend im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums

Einladung zum geheimtreffen

Es ist beinahe so, als fände an diesem Freitagabend im Heimatmuseum eine Art Geheimtreffen statt. Zumindest ist es eine geschlossene Gesellschaft, die sich in den heimeligen Räumen an der Hohenfuhrstraße nach und nach einfindet. Draußen steht Michael Scholz vom Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Radevormwald, begrüßt die Gäste und geleitet sie ins Heimatmuseum. Dort wartet schon der restliche Vorstand auf sie, die Veranstaltung des Abends findet im Obergeschoss statt.

Jubiläumsfeierlichkeiten des hvv

Jubiläumsfeierlichkeiten des hvv

Der HVV begeht in diesem Jahr seine Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen, wie Vorsitzende Ursula Mahler sagt. „Und wir haben uns, auch aus finanziellen Überlegungen, gegen eine zentrale und große Feierstunde entschieden, und wollten stattdessen lieber über das Jahr verteilt mehrere kleinere Aktionen und Veranstaltungen anbieten.“

Veranstaltungen im jubiläumsjahr

Veranstaltungen im jubiläumsjahr

Anlässlich der 100-Jahr-Feier des Heimat- und Verschönerungsvereins Radevormwald gab es schon einige Veranstaltungen. Etwa die Museums-Stadtrallye, eine Ausstellungseröffnung zu 100 Jahren HVV im März oder eine Lesung mit Reinhard Clemens zum Thema „Reime und Reimen“.

  • Am dritten Adventssonntag, 14. Dezember, findet nachmittags das traditionelle Waffelbacken im Advent statt.
  • Im Januar ist dann die letzte Jubiläumsveranstaltung mit einem Bier-Tasting der Erzquell-Brauerei – beide Termine finden im Heimatmuseum statt.

Das geheimtreffen

Eine davon ist das „Geheimtreffen“ am vergangenen Freitagabend – das natürlich keins ist. Im Gegenteil, viele Radevormwalder haben darüber Bescheid gewusst, allerdings sind die Plätze zur Teilnahme begrenzt, weil es die Räumlichkeiten im Heimatmuseum ihrerseits eben auch sind. Es ist ein kulinarischer Abend, der den 20 Glücklichen bevorsteht, die einen der Plätze ergattert haben.

Essen wie zu omas zeiten

Die Gäste erwartet „Essen wie zu Omas Zeiten“, so der Titel des Abends. „Wir hatten vor fünf Jahren schon einmal so einen Abend veranstaltet, auch mit unseren Köchen Erni und Horst Huckenbeck“, berichtet Ursula Mahler. „Damals gab es allerdings ein Sechs-Gänge-Menü, das war dem einen oder anderen seinerzeit zu viel zu essen. Also haben wir es bei der Neuauflage auf vier Gänge beschränkt.“

Das menü

Herausgekommen ist dabei ein schon auf dem Papier mehr als lecker klingendes Menü, das mit einem „Gruß aus der Küche“ – einem Schmalzbrot – in den Abend einsteigt. „Dann gibt es Omas Eiersalat, ein Zwischengang, also nicht die riesige Portion. Die eigentliche Vorspeise ist dann eine Bergische Möhrensuppe, zum Hauptgang gibt es Rinderrouladen mit Rotkohl und Salzkartoffeln und als Nachtisch noch eine Portion Schokoladenpudding mit Vanillesoße“, zählen Horst und Erni Huckenbeck abwechselnd auf.

Logistische herausforderungen

Nun kocht man ja nicht jeden Tag für 20 Personen, vor allem kein so umfangreiches Menü. Und schon gar nicht macht man das in einem Heimatmuseum, in dem man kaum Platz hat, weil es so viele Exponate zu sehen gibt. Abgesehen davon steht dort auch nur eine kleine Kochplatte, aber keine große Küche. Eine Menge Herausforderungen der logistischen Art also, die das Ehepaar Huckenbeck aber problemlos gemeistert hat. „Wir kochen alles zu Hause, haben auch schon viel vorbereitet“, sagt Horst Huckenbeck. Kein Live-Cooking-Event im historischen Ambiente also, aber das ist ja auch nicht das Ziel des Abends. „Meine Frau fährt jetzt gleich nach Hause, um die Rouladen anzubraten und die restlichen Speisen heiß zu machen – und dann kommen wir nach und nach damit wieder rüber ins Museum“, berichtet er.

Anekdote zum dessert

Erni Huckenbeck hat dann noch eine Anekdote parat. „Wir haben uns ja für den Schokoladenpudding als Dessert entschieden – ein gewisser Dr. Oettker hat sein Puddingpulver im Jahr 1893 erfunden. Wenn das also nicht auch zeitlich zum Thema des Abends passt, dann weiß ich auch nicht“, sagt sie lachend. Und dann muss sie los – das Essen für den launigen Abend zubereiten.