Zehn Jahre „Pappkarton“: Ein Jubiläum für Meerbusch
Ein jahrzehnt der begegnung
Vor zehn Jahren erreichte die erste große Flüchtlingsbewegung Deutschland. Auch in Meerbusch wurden Schlafplätze in Turnhallen eingerichtet. „Schon im Sommer beschloss die Stadt, im ehemaligen Jugendzentrum ‚Pappkarton‘ neben der Martinusschule eine Begegnungsstätte mit Café und Kleiderkammer einzurichten“, berichtet Bettina Furchheim. Sie ist seit 2015 als Koordinatorin tätig und freut sich, zum Jubiläum einladen zu können.
Ein weg voller lernmöglichkeiten
In den vergangenen Jahren haben nicht nur die Geflüchteten, sondern auch die Ehrenamtlichen viel gelernt. Etwa vom Umgang mit der Bürokratie, mit fremden Kulturen und der Suche nach passenden Sprachkursen und Wohnungen, sagt Furchheim.
Feier zum jubiläum
Am Samstag, 25. Oktober, feiert der Pappkarton am Fouesnantplatz in Strümp von 14 bis 18 Uhr Geburtstag. Neben Gesprächen und Fingerfood gibt es eine Ausstellung mit Fotogeschichten von Geflüchteten und einen Film des ägyptischen Regisseurs Yasser.
Ein treffpunkt für menschen
Der Pappkarton ist ein Treffpunkt für Menschen unterschiedlicher Kulturkreise. Er ist geöffnet: dienstags und donnerstags von 16 bis 18.30 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr.
Von wilden anfängen zu ruhigen bahnen
Kommt man heute in die Begegnungsstätte, ahnt man von den „wilden“ Anfängen nicht viel. Die Hilfsbereitschaft sei anfangs riesengroß gewesen, so Furchheim. „Es war unglaublich, wie viele Säcke und Kartons mit Kleidung, dazu selbst gebackener Kuchen abgegeben wurden, nachdem wir dazu aufgerufen hatten.“
Vielseitiges engagement
Mittlerweile läuft der Betrieb in ruhigeren Bahnen. Die Annahme der Kleidung erfolgt über „Meerbusch hilft“, in Strümp können interessierte Besucher einkaufen. Das Angebot in der Kleiderkammer wird von Ehrenamtlichen wie Marita Seibel, die im Textil-Großhandel gearbeitet hat, gekonnt präsentiert.
Erfolgreiche integration
Die Zahl der Ukrainerinnen habe nach großem Andrang 2022 wieder abgenommen. „Etliche sind inzwischen durchgestartet und stehen auf eigenen Beinen“, erzählt Koordinatorin Furchheim, die von rund 30 Ehrenamtlichen unterstützt wird. Sie ist zu Recht stolz darauf, wie gut die Integration vor Ort gelungen sei. Viele der Geflüchteten haben eine Arbeit gefunden, einige schon die deutsche Staatsbürgerschaft.
Stolz auf den erfolg
„Was ich an Deutschland liebe, ist der Respekt, die Sicherheit und die Menschenrechte“, sagt Toni aus Mossul im Irak. Er hat inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit. Die zu bekommen sei ein Moment voller Stolz und Freude gewesen, berichtet er.