Humanitäre Lage in Gaza bleibt katastrophal
- Humanitäre lage in gaza bleibt katastrophal
- Eingeschränkter zugang zu hilfslieferungen
- Hilfsorganisationen im einsatz
- Grenzübergänge und blockaden
- Einsatz der hilfsorganisationen
- Zdf-partnerfirma von rakete getroffen
- Forderungen an die israelische regierung
- Rechtliche bewertung durch den internationalen gerichtshof
- Risiken für die helfer
- Humanitäre hilfe der bundesregierung
Humanitäre lage in gaza bleibt katastrophal
Nach der Zustimmung der radikal-islamischen Hamas und der israelischen Regierung zum Friedensplan von US-Präsident Donald Trump sollte die Arbeit der Hilfsorganisationen mit dem vereinbarten Waffenstillstand wieder großflächig anlaufen. Nach Angaben deutscher Hilfsorganisationen gibt es jedoch nach wie vor große Hindernisse.
Eingeschränkter zugang zu hilfslieferungen
Christian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, beschreibt die Lage als sehr eingeschränkt: "Derzeit ist der Zugang zu Not leidenden Menschen noch sehr eingeschränkt, manche Grenzen öffnen, um kurze Zeit später wieder zu schließen." Daher sei noch keine kontinuierliche und ausreichende Versorgung der Bevölkerung möglich.
Hilfsorganisationen im einsatz
Das Deutsche Rote Kreuz betreibt mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz und weiteren Schwestergesellschaften ein Feldkrankenhaus im Gazastreifen und liefert tonnenweise Güter – darunter Zelte, Hygieneartikel und Ausstattung für den Rettungsdienst. "Wenn nicht genügend Hilfsgüter nach gaza kommen, steigt auch die Gefahr, dass LKW aus der Not heraus gestürmt werden", warnte Reuter.
Grenzübergänge und blockaden
Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" nannte den weiterhin geschlossenen Übergang Rafah an der Grenze zu Ägypten als "entscheidende" Schnittstelle, um die humanitäre Hilfe auszuweiten. Die Grenzübergänge Kissufim und Kerem Schalom sind wiederum für Hilfslieferungen zeitweise geöffnet. "Wir sehen weiterhin, dass Güter an der Grenze blockiert oder stark verzögert werden – auch wichtige Ausrüstungen für die Trinkwasseraufbereitung oder mobile Latrinen", sagte Lara Dovifat, Leiterin der politischen Abteilung von "Ärzte ohne Grenzen".
Einsatz der hilfsorganisationen
Die Hilfsorganisation ist nach eigenen Angaben mit mehr als 1000 Mitarbeitern vor Ort, darunter auch Ärzte aus Deutschland. Sie leisten chirurgische Nothilfe, versorgen Menschen mit schwersten Verbrennungen, leiten Entbindungsstationen und kümmern sich um mangelernährte Kinder. "Der konstante Mangel an allem ist extrem belastend für uns und unsere Teams", schildert Dovifat die Gefühle der Helfer vor Ort.
Zdf-partnerfirma von rakete getroffen
Auch die deutsche Hilfsorganisation Cadus ist im Gazastreifen aktiv und kümmert sich vorwiegend um medizinische Evakuierungen. "Wir sind stark limitiert in der Personenzahl, die die Grenze überqueren kann", teilte Cadus auf Anfrage unserer Redaktion mit. Erst vor Ort werde ihnen die Entscheidung der israelischen Behörde mitgeteilt, ob die angemeldeten Personen die Erlaubnis zur Einreise erhalten. Im Falle einer Ablehnung sei bereits viel Zeit und Geld in die Vorbereitung geflossen.
Forderungen an die israelische regierung
Susanne Wesemann, Leiterin der Johanniter-Auslandshilfe, forderte die israelische Regierung auf, ungehinderten und umfassenden Zugang für alle etablierten Hilfsorganisationen und ihre Hilfslieferungen zu ermöglichen. "Das Gesundheitssystem im Gazastreifen ist kollabiert. Es braucht jetzt dringend die Zustimmung der israelischen Regierung", sagte Wesemann.
Rechtliche bewertung durch den internationalen gerichtshof
Der Internationale Gerichtshof in Den Haag veröffentlichte ein Gutachten, wonach Israel ausreichend humanitäre Hilfe in den Gazastreifen lassen und dafür auch mit dem UN-Hilfswerk für Palästinenser (UNRWA) zusammenarbeiten muss. Israel wies die rechtliche Bewertung zur humanitären Lage in gaza zurück.
Risiken für die helfer
Bei ihrem Einsatz in gaza riskieren die Helfer aus Nationen der ganzen Welt ihr Leben. Für die Johanniter sind aktuell keine deutschen Hilfskräfte vor Ort – sie arbeiten mit lokalen Partnern zusammen. Auch das DRK stellt aktuell keine deutschen Helfer. Das werde sich aber in den kommenden Wochen ändern.
Humanitäre hilfe der bundesregierung
Die Bundesregierung hat bereits eine sofortige humanitäre Hilfe in Höhe von 29 Millionen Euro angekündigt. Sebastian Jünemann, Co-Geschäftsführer von Cadus, betonte: "Schulen, Wohnungen und Krankenhäuser können nicht von heute auf morgen neu aufgebaut werden, selbst wenn der Frieden hält. Die Menschen in gaza sind weiterhin auch auf Hilfe aus Deutschland angewiesen."