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Russland jagt in der Ukraine gezielt Zivilisten mit Drohnen

Un-bericht offenbart gezielte drohnenangriffe

Nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen jagt Russland in der Ukraine gezielt Zivilisten in der Nähe der Frontlinie mit drohnen. Ziel sei es, die Menschen aus diesen Gegenden zu vertreiben, heißt es in einem Bericht der Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission für die Ukraine, der diese Woche der UN-Generalversammlung vorgelegt werden soll.

Zivilisten werden über weite strecken verfolgt

Zivilisten werden über weite strecken verfolgt

Demnach werden Zivilisten über weite Strecken von drohnen verfolgt und manchmal bei der Suche nach Schutz mit Brandbomben oder Sprengstoff angegriffen. „Diese Angriffe wurden als Teil einer koordinierten Strategie begangen, um Zivilisten aus diesen Gebieten zu vertreiben“, heißt es in dem 17-seitigen Dokument.

Angriffe in drei regionen

Angriffe in drei regionen

Die Angriffe seien über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr in drei Regionen im Süden der Ukraine nahe der Frontlinie und gegenüber den russischen Streitkräften auf der anderen Seite des Flusses Dnipro erfasst worden.

Beispiele von angriffen

Beispiele von angriffen

So sei eine Frau aus Cherson im August 2024 von einer Drohne verfolgt worden, als sie ihr Auto parkte. Als sie in ihrer Garage Schutz suchte, sei sie von der Drohne angegriffen und verletzt worden. Noch am selben Tag seien zwei weitere drohnen eingetroffen und hätten ihr Haus getroffen, das sie daraufhin verlassen habe.

Vorsitzender der untersuchungskommission

„Es kann keinen Zweifel daran geben, dass diese Drohnenpiloten mit Absicht handeln“, sagte der Vorsitzende der Untersuchungskommission, Erik Mose, der Nachrichtenagentur Reuters. „Sie verfolgen wirklich Menschen, sei es in ihren Gärten, zu Hause oder auf der Straße.“

Folgen der angriffe

Einige der von den UN-Ermittlern Befragten sagten, sie fühlten sich gejagt. Die Drohnenangriffe hätten zu einem starken Bevölkerungsrückgang in einigen Gebieten geführt. Mancherorts seien nur noch ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen zurückgeblieben. Auch Feuerwehrleute, Sanitäter und andere Ersthelfer seien angegriffen worden, wodurch die lokale Bevölkerung von Notdiensten abgeschnitten werde.

Russland bestreitet vorwürfe

Russland bestreitet, in der Ukraine Zivilisten ins Visier zu nehmen, obwohl seine Streitkräfte seit Beginn der Invasion vor dreieinhalb Jahren Tausende von ihnen getötet haben. Auch die Ukraine hat zivile Infrastrukturziele in Russland und in den von Russland besetzten Teilen der Ukraine angegriffen, wenn auch in weitaus geringerem Umfang.