Sicherheitsprobleme an Bahnhöfen in Deutschland
- Tägliche reisende und unsicherheit
- Versäumnisse der politik
- Mehr polizeikontrollen und personal
- Investitionen in sauberkeit und beleuchtung
- Aggressiver werdende gesellschaft
- Investitionen in den bahnverkehr
- Maßnahmen zur gewaltprävention
- Soziale angebote an bahnhöfen
- Hilfsangebote für menschen mit migrationshintergrund
Tägliche reisende und unsicherheit
Täglich sind an Bahnhöfen in Deutschland rund 20 Millionen Reisende unterwegs. Doch viele Menschen fühlen sich dort unsicher. Dies wurde auch bei der Diskussion über das Stadtbild durch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) deutlich. An der Situation an den rund 5700 Bahnhöfen hierzulande werden auch Versäumnisse der Politik deutlich.
Versäumnisse der politik
Detlef Neuß, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, beobachtet: "Obdachlose, Drogenabhängige, Betrunkene und gewaltbereite Gruppen an Bahnhöfen führen dazu, dass gerade Frauen abends Fahrten mit der Bahn vermeiden." Er fordert Maßnahmen, um die Sicherheit zu erhöhen.
Mehr polizeikontrollen und personal
Mehr Polizeikontrollen und Personal
an den Bahnhöfen könnten die Situation verbessern. "Die Drogenszene hält sich vielerorts auch hinterm Bahnhof auf, auch hier sollte regelmäßig kontrolliert werden", sagte Neuß. Das Problem: Die Zuständigkeit liegt im Bahnhof bei der Bundespolizei, für die Umgebung des Bahnhofs sind die Behörden der Länder zuständig.Investitionen in sauberkeit und beleuchtung
Neuß nennt weitere Aspekte: "Wenn sich Familien und Frauen wohler fühlen sollen, muss auch mehr in die Sauberkeit investiert werden." Auch müsse man sich fragen, ob es sinnvoll ist, Laternen im Umfeld von Bahnhöfen aus Energiespargründen zu dimmen: "Diffuses Licht macht Menschen Angst, weil sie nicht sehen, was um sie herum geschieht."
Aggressiver werdende gesellschaft
Hinzu kommt ein gesellschaftliches Problem: Insgesamt sei die Stimmung aggressiver geworden, beobachtet Neuß: "Früher war der Schaffner eine Autorität, vor dem Menschen ohne Fahrkarte geflohen sind. Heute trifft der Schaffner auf Schwarzfahrer, die ihn beschimpfen, bespucken oder treten statt wegzulaufen." Auch hier brauche es mehr Personal.
Investitionen in den bahnverkehr
"Wenn die Politik aber lieber in die Autoindustrie investiert als in den Bahnverkehr, wird sich an dieser Situation nichts ändern", kritisierte Neuß.
Maßnahmen zur gewaltprävention
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) setzt zur Gewaltprävention auf regelmäßige Schwerpunkteinsätze der Polizei in Innenstädten und an Bahnhöfen. "Unsere Innenstädte müssen Orte der Begegnung bleiben – nicht der Bedrohung", sagte er. "Dafür braucht es Polizei, Präsenz und Prävention."
Soziale angebote an bahnhöfen
Die Caritas ist an vielen Bahnhöfen mit Bahnhofsmissionen und anderen sozialen Angeboten tätig. Präsidentin Eva Welskop-Deffaa stellt fest, "generell nimmt bei den konfessionellen Angeboten am Bahnhof die Zahl derer zu, die von Verelendung gezeichnet sind." Für die Mitarbeitenden der Bahnhofsmissionen sei es bedrückend, zu sehen, wie viele Menschen ganz offenkundig ohne diese offene Anlaufstelle vereinsamen würden.
Hilfsangebote für menschen mit migrationshintergrund
Menschen mit Migrationshintergrund wenden sich besonders früh und oft an die sozialen Angebote am Bahnhof. "Das hat allein damit zu tun, dass für viele von ihnen der Bahnhof der erste Ort ist, an dem sie in Deutschland ankommen." Sie erinnert daran, dass bereits nach dem Zweiten Weltkrieg die Bahnhofsmissionen gezielte Förderung erhalten hätten, um sich um die Flüchtlinge zu kümmern.