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Herbstliche Abenteuer auf den Lofoten

Einmalige landschaft und natur

Sanft dreht sich das Boot um seinen Anker. Ein Windhauch kräuselt das Wasser. Daniel wirft seine Angel aus und schaut zu den gezackten Felsen, die auf der Insel Vestvågøy die Bucht von Stamsund einrahmen. Es ist Herbst auf den Lofoten, raue Luft, viel Wind, grandiose Natur. Was für ein Panorama: fünf, sechs bunte Boote wie hingetupft, an den Ufern rote Holzhäuser, dahinter eine bizarre Bergkulisse, die sich im Meer spiegelt.

Daniel, der vielseitige

Daniel, der vielseitige

Daniel ist Mechaniker und Kellner, Fischer und Bergführer, groß, blond, ein Wikingertyp. Wir hatten ihn am Vormittag in Leknes auf der Insel Vestvågøya getroffen. Ein Postdampfer der berühmten Hurtig-Linie hatte uns in dieses Nest gebracht, einen der Haupt­orte auf den Lofoten, gut 200 Kilometer über dem Polarkreis. Eigentlich hatten wir ein Taxi für die erste Orientierung gesucht. Aber es sollte erst in zwei, drei Stunden eins kommen. Deshalb servierte uns Daniel in dem Bistro, in dem wir unser Gepäck abgestellt hatten, einen Kaffee und den Vorschlag, mit ihm und seinem Auto die Insel zu erkunden.

Beste reisezeit

Beste reisezeit

Die Lofoten sind im Herbst und Winter besonders beliebt bei den Fans des hohen Nordens. Die klare, kalte Luft und das Naturspektakel der Polarlichter ziehen Besucher an. Im November bietet zum Beispiel Studiosus einwöchige Reisen unter dem Motto „Lofoten zur Nordlichtsaison“ an.

Anreise

Die Anreise zu den Lofoten ist bequem. Nonstop mit Norwegian von Düsseldorf nach Evenes, dem Airport von Harstad/Narvik, oder deutlich länger, aber gemütlicher mit den Komfortfähren von Kiel nach Oslo und weiter mit Flug nach Evenes.

Szenen aus dem norwegen-bilderbuch

Die Lofoten bieten Wanderwege zwischen Felswänden, fjord­ähnliche Buchten und hölzerne Gotteshäuser wie die Kirche von Buksnes bei Gravdal. Am Himmel kreist ein Seeadler, der als Symbolvogel des hohen Nordens gilt. Er ist so beliebt, dass man ihm in Bodø, dem südlichen Tor zur Inselwelt der Lofoten, sogar ein Denkmal errichtet hat.

Die lofoten: ein archipel voller geheimnisse

Die Lofoten bestehen aus vier größeren und 80 oder 100, womöglich sogar 1000 kleinen Inseln und Felseneilanden. Auf einer Fläche, sechsmal so groß wie Düsseldorf, leben gerade mal 24.000 Menschen. Noch vor wenigen Jahrzehnten lagen die Inseln im Abseits, ein Refugium nur für Angler und Nordlandfreaks. Norwegens Ölreichtum und eine kluge Strukturpolitik haben den fernen Archipel erschlossen und mit einer Festlandsverbindung an das übrige Land angebunden.

Die kirche von buksnes

Die Kirche von Buksnes wurde vor 120 Jahren im Stil der Stabkirchen erbaut. Sie ist ein Wahrzeichen der Lofoten und zieht viele Besucher an.

Tourismus und einflüsse

Die Lofoten ziehen fast 60.000 Touristen aus Deutschland allein im vergangenen Jahr an. Dazu kommen viele Schweden, Engländer und norwegische Besucher. Für manchen Insulaner und erst recht für manchen „alten“ Lofoten-Urlauber ist damit schon die Idylle bedroht. Aber Daniel, unser Ansprechpartner auf Vest­vågøy, sieht das positiv. Junge Leute wie er wären ohne den Einbruch der Moderne längst abgewandert.

Kunst und natur

Künstler kommen gern auf die Inseln, Maler vor allem, Einzelgänger, Naturliebhaber. Sie trotzen dem Wind, fahren mit dem Boot hinaus, halten Wasser, Wolken und Berge auf dem Skizzenblock fest. Jetzt, in den weißen Nächten, tauschen sie gern mal den Pinsel mit der Angel, sie gehen dann auf Rotbarsch- oder Steinbeißer-Suche in den Fjord. Der Dorsch allerdings, der noch nicht geschlechtsreife Kabeljau, hat in den Monaten, die kein „r“ im Namen führen, Pause.

Polarlichter und fischerei

Das Naturphänomen der tanzenden und schwebenden Polarlichter, Aurora Borealis, bringt jetzt im Oktober/November und erst recht von Dezember bis Februar die Besucher der Lofoten zum Staunen. Extraflüge dorthin sind in diesen Monaten sehr begehrt. Zum Programm gehören neben dem bewundernden Blick in den Himmel meist auch Ausflüge in die Welt der Fischerei. So erfährt man manches über Kabeljau und Co.

Kulinarische highlights

Christian Neubacher, der aus Halle eingewanderte Küchenchef im Børsen in Svolvær, dem wohl gemütlichsten Restaurant der Inselgruppe, bringt den Kabeljau ganz praktisch und sehr lecker auf den Tisch. Was einst das Armeleute-Esssen im hohen Norden war, gilt heute als Delikatesse und ist entsprechend teuer. Und teuer sind in Norwegen bekanntlich auch alkoholische Getränke. Dennoch: Ohne einen Linie-Aquavit, den Schnaps, der mindestens einmal den Äquator passiert haben muss, rutscht selbst der am längsten gewässerte Klippfisk nicht wirklich gut.