Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal: Ein Schritt zurück in die Geschichte
Historische parallelen
Die Fans von borussia mönchengladbach konnten sich auf einen historischen Exkurs begeben, als der Klub im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC spielte. 1960 gelang den Gladbachern ihr erster von drei Pokalsiegen gegen den KSC. Eine beeindruckende Choreografie war den 'ersten hellen Strahlen einer glanzvollen Fügung' gewidmet und dem damaligen Helden Albert Brülls, der das Siegtor im Endspiel schoss.
Gegenwart und zukunft
Obwohl die Borussen in der aktuellen Bundesliga-Saison weit entfernt von solchen Triumphen sind und als Tabellenletzter sieglos dastanden, lädt der DFB-Pokal die Gladbacher und ihre Fans weiterhin zum Träumen ein. Die Mannschaft von Interimstrainer Eugen Polanski besiegte den Zweitligisten 3:1 und qualifizierte sich für den Lostopf des Achtelfinals, das am Sonntag ausgelost wird.
Finanzielle auswirkungen
Der Sieg gegen den KSC spült rund 850.000 Euro in die Vereinskasse. Dieses Geld wird den Borussen und dem neuen Sportchef Rouven Schröder zugutekommen, da im Winter personell nachgebessert werden soll.
Parallelen zur vergangenheit
Gegen den KSC gab es 2025 eine Parallele zu 1960: ein frühes Tor. Während einst 'Kaschi' Mühlhausen nach fünf Minuten traf, schoss der Japaner Shuto Machino nach einer Hereingabe von Haris Tabakovic den Ball nach drei Minuten ins Netz zum 1:0. Machino war von Polanski in die Startelf beordert worden, nachdem er im Sommer unglücklich agiert hatte.
Spielverlauf
Trotz des frühen Rückstands wirkten die Gäste sicherer im Spiel. Polanski hatte vorab darauf verwiesen, dass der KSC über eine länger eingespielte Mannschaft verfüge, was sich im Spiel deutlich zeigte. Gladbach hielt mit viel Einsatzbereitschaft dagegen und versuchte über den Kampf ins Spiel zu kommen. Die saisonübergreifend 15 Liga-Spiele ohne Sieg saßen aber spürbar in den Köpfen der Borussen.
Spannende momente
In der 41. Minute spielte Machino einen bösen Fehlpass, der KSC-Stürmer Lilian Egloff die große Chance zum Ausgleich eröffnete. Torwart Moritz Nicolas wehrte den Ball stark ab. Auf der anderen Seite scheiterte Tabakovic an KSC-Keeper Hans Christian Bernat. Borussia hatte insgesamt die klareren Abschlüsse und führte verdient, auch wenn das Spiel nicht so richtig rund lief.
Zweite hälfte
In der 51. Minute verhinderte Bernat das zweite Gladbacher Tor gegen Marvin Engehardt und den Nachschuss Machinos. Die folgende Ecke führte zum 2:0 durch Nico Elvedi. Der KSC kam aber noch mal zurück: Fabian Schleusener schaffte in der 59. Minute das Anschlusstor. Weitere gute Gelegenheiten ließ Borussia ungenutzt, bevor Tabakovic mit dem 3:1 alles klar machte. Wael Mohya feierte noch sein Profi-Debüt.
Ausblick
Die Gladbacher hoffen auf ein erneutes Heimspiel im Achtelfinale, das am 2. und 3. Dezember ausgetragen wird. Indes gilt es, den zweiten Pflichtspielsieg der Saison in positive Energie umzuwandeln für das Spiel am Samstag beim FC St. Pauli. Dass das Erreichen der dritten Pokalrunde nebenbei ein gewichtiges Argument sein wird in der Frage, ob Polanski permanent Trainer bleibt, ist anzunehmen. Für den 39-Jährigen war es der erste Sieg als Chefcoach.