Oscar Wendt feiert 40. Geburtstag: Ein Rückblick auf seine Karriere bei Borussia Mönchengladbach
Ein leben für den fußball
Als Oscar Wendt im vergangenen November seine Karriere beendete, konnte er auf mehr als 21 Jahre als Fußballprofi zurückblicken. Fast die Hälfte dieser langen Zeit verbrachte er bei borussia mönchengladbach. Von 2011 bis 2021 spielte der Schwede am Niederrhein und entwickelte sich zu einer Vereinslegende. Am 24. Oktober gratulieren der Klub und seine Fans nun ihrem ehemaligen Linksverteidiger, der seinen 40. Geburtstag feiert.
Von der renaissance zur legende
Dass sich ausgerechnet Wendt während der sportlichen Renaissance der Borussia ab 2011 zu einem Publikumsliebling entwickeln würde, damit war zu Beginn nicht zu rechnen. Der Blondschopf hatte es zunächst schwer, da er auf seiner Position den bei den Fans sehr populären Kapitän Filip Daems zum Konkurrenten hatte. In seinem ersten Jahr unter Lucien Favre musste Wendt mitunter in das linke Mittelfeld ausweichen, um Spielpraxis zu sammeln.
Ein herausforderer wird zum stammspieler
Es sagt einiges über den Schweden aus, dass er nach seiner Zeit in Gladbach in einem Interview mit unserer Redaktion auch Daems nannte, als er nach den drei größten Spielern gefragt wurde, mit denen er bei Borussia gemeinsam auf dem Platz stand. Wendt nahm die Rolle des Herausforderers an und etablierte sich mit der Zeit als unumstrittener Stammspieler. Erst gegen Ende seiner Zeit erwuchs ihm in Ramy Bensebaini wieder ein starker Konkurrent, doch auch mit dieser Situation kam Wendt klaglos klar.
Ein schwieriger start beim publikum
Auch beim Publikum kam der Außenverteidiger nach einigen Anlaufschwierigkeiten an. An seinem auf Ballbesitz ausgerichteten Spielstil entbrannten durchaus Diskussionen: Als einige Zuschauer auf der Ostgeraden 2013 im Heimspiel gegen Greuther Fürth angesichts der auf Sicherheit bedachten Spielweise Wendts pfiffen, antwortete dieser mit dem ausgestreckten Mittelfinger – um sich wenige Minuten später aufrichtig dafür zu entschuldigen.
Authentizität und verlässlichkeit
Seine authentische Art und seine Verlässlichkeit ließen den Linksfuß in der Gunst der Fans immer weiter steigen, der Erfolg des Teams, das dreimal bis in die Champions League stürmte, tat sein Übriges dazu. So kam Wendt sogar in den Genuss, einen eigenen Fan-Song zu erhalten – mit Zeilen wie „Wem steht die Raute exzellent? Oscar, Oscar Wendt“ wurde das Lied Kult.
Rekord-ausländer und vereinslegende
Zur Vereinslegende haben den Schweden auch einige eindrucksvolle Zahlen werden lassen: Als erster ausländischer Profi durchbrach er die Schallmauer von 300 Pflichtspielen für den Klub, seine Marke von 305 Partien haben seit seinem Abgang nur die beiden Schweizer Yann Sommer (335) und Nico Elvedi (336) übertroffen.
Ein leben lang verbunden
Elvedi hat gleich zwei Bestmarken geknackt. Auf dem Weg zum ewigen Borussen. Elvedi hat gleich zwei Bestmarken geknackt. Castrop über Borussias Situation, seine Aggressivität und die Stimmung im Team. „Das sind wir den Fans schuldig“. Castrop über Borussias Situation, seine Aggressivität und die Stimmung im Team. Zudem landete Borussia in den zehn Jahren, in denen der 28-fache Nationalspieler für sie spielte, immer in der Einstelligkeit – seitdem ist das dem Klub nicht mehr gelungen. Und es wird ihm wohl auch 2025/26 nicht gelingen. Stattdessen wird Wendt aus der Ferne die Daumen drücken, dass Borussia den Abstiegskampf meistert. Er wird dem Klub verbunden bleiben, zuletzt war er auch bei der 125-Jahr-Feier des Vereins. Nun ist es Wendt, der einen runden Geburtstag feiert – und alle Borussen gratulieren.