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Ein Jahr nach der Flutkatastrophe: Weitere Todesopfer in Valencia gefunden

Neuer leichenfund

Ein Jahr nach der schlimmsten Flutkatastrophe in Spanien wurden in der Mittelmeerregion Valencia weitere Todesopfer gefunden. Bei Säuberungsarbeiten im ausgetrockneten Flussbett des Turia in Manises entdeckten Arbeiter eine Leiche. Es handelt sich um einen 56-jährigen Mann namens José V., der am 29. Oktober 2024 von den Wassermassen fortgerissen wurde. Seine 30-jährige Tochter Susana war bereits kurz nach der Katastrophe tot geborgen worden.

Tragödie in erinnerung

Tragödie in erinnerung

Der Fund ruft die Tragödie in Erinnerung, die vor einem Jahr in der bei Touristen sehr beliebten Region Valencia 229 Menschen das Leben kostete. Zwei weitere Menschen werden immer noch vermisst. In den Nachbarregionen kamen bei der verheerenden Regenflut acht weitere Menschen um. Zehntausende wurden damals obdachlos.

Verheerende regenflut

Verheerende regenflut

Binnen weniger Stunden prasselten im Hinterland der Regionalhauptstadt Valencia bis zu 700 Liter Regen pro Quadratmeter herab. In den sonst trockenen Flussbetten des bergigen Landesinneren bildeten sich gewaltige Ströme, die schnell über die Ufer traten. Die Wassermassen rissen Erde, Steine, Bäume, Autos und ganze Häuser mit.

Demo in valencia

Demo in valencia

50.000 Menschen nahmen an einer Demo in Valencia teil, um an den Jahrestag der Flutkatastrophe zu erinnern. Die Demonstration fand am Ort der schwersten Verwüstungen statt und wurde von den großen Opferverbänden organisiert.

Schlamm- und trümmerlandschaft

Schlamm- und trümmerlandschaft

Vor allem der Flusslauf Barranco del Poyo überflutete an diesem Dienstag meterhoch zahlreiche Dörfer und Vororte der Großstadt Valencia. Straßenzüge, Autobahnen, Tiefgaragen und Einkaufszentren standen plötzlich unter Wasser. Zehntausende Menschen, die beim Einkaufen oder auf dem Rückweg von der Schule oder der Arbeit waren, wurden von der Flut überrascht.

Bilanz der katastrophe

Bilanz der katastrophe

Die Bilanz dieses Horrortages: 229 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Mehr als 100.000 Fahrzeuge wurden weggespült und hatten nur noch Schrottwert. Über 11.000 Gebäude mit Wohnungen und Geschäften wurden beschädigt. Der Gesamtschaden belief sich auf mindestens 17 Milliarden Euro.

Am härtesten getroffen

Am härtesten traf es Paiporta, eine Gemeinde mit 27.000 Einwohnern südlich von Valencia. Dabei hatte es im Ort selbst gar nicht geregnet. Die Wasserlawinen seien aus dem bergigen Hinterland gekommen, erinnert sich Bürgermeister Vicent Císcar. Plötzlich sei das Wasser meterhoch gestiegen und habe den ganzen Ort verwüstet. Allein in Paiporta seien 46 Menschen ertrunken.

Fehlende warnungen

Das Drama offenbarte auch eine politische Katastrophe. Die Bevölkerung wurde am Tag der Sintflut von den regionalen Behörden viel zu spät gewarnt. Erst um 20.11 Uhr abends – da waren viele Orte längst überschwemmt – wurde die Bevölkerung per Handy-Alarm aufgefordert, zu Hause zu bleiben und vorsichtig zu sein. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehr als 150 Menschen in den Fluten umgekommen.

Solidarität nach der katastrophe

Zehntausende freiwillige Helfer ließen nach der Flut eine ungeheure Solidaritätswelle entstehen. Junge Leute aus ganz Spanien reisten nach Valencia, um mit Besen und Schaufeln die Straßen, Wohnungen, Geschäfte und Garagen vom Schlamm zu befreien. Die bewundernswerte Solidarität im ganzen Land – das war die gute Nachricht in diesem Flutdrama.

Warnungen und bauprojekte

Klimaforscher und Umweltschützer warnen, dass sich eine Katastrophe wie vor einem Jahr in Valencia jederzeit wiederholen kann. Sie weisen darauf hin, dass allein in der Mittelmeerregion Valencia 600.000 Menschen in potenziellen Überflutungsgebieten leben. Auch nach der Flutkatastrophe wird am Mittelmeer weiter in Risikozonen gebaut – an trockenen Flussläufen und oft nur wenige Meter von der Küste entfernt.

Fragen nach der lernfähigkeit

Ein Jahr nach dem Albtraum vom 29. Oktober bleibt deshalb die Frage: Hat Spanien wirklich gelernt? Ob Warnsysteme künftig rechtzeitig auslösen und ob Verantwortliche aus ihren Fehlern Konsequenzen ziehen – das wird sich beim nächsten großen Unwetter zeigen.