Teiche im Stadtgarten werden umfassend saniert

Überraschung am teich

Als sich Kristian Kuylaars, Leiter des Amts für Umwelt und Klima, am Donnerstagmorgen den Teich am Alten Stadtgarten ansah, war er überrascht. Denn obwohl die Entschlammung dort in vollem Gange ist, bemerkt und riecht der Besucher dort zunächst nichts. Lediglich ein Boot deutet auf die Maßnahme hin, das auf dem Wasser seine Runden zieht.

Umfassende sanierung und ökologische aufwertung

Umfassende sanierung und ökologische aufwertung

Die Teiche im Alten und Neuen Stadtgarten werden umfassend saniert und die Uferbereiche ökologisch aufgewertet. Seit knapp einem Monat ist das Entsorgungsunternehmen Vebiro mit den Arbeiten beschäftigt. Bei einem Pressetermin verschafften sich jetzt Bürgermeister Reiner Breuer, der Betriebsleiter von Stadtgrün Neuss, Hans-Georg Strangemann, und der Leiter des Amtes für Umwelt- und Klima einen Einblick in den aktuellen Stand der Arbeiten.

Entschlammung und schlammentsorgung

Entschlammung und schlammentsorgung

Der Schlamm wird mithilfe eines Schlauchs entfernt. Mehrere Tonnen Schlamm pro Tag werden dort mithilfe eines Saugbaggers entfernt. Das Wasser muss dafür nicht extra abgelassen werden. Täglich werden umgerechnet also etwa 2,5 Ladungen eines Lkws abtransportiert, sagt Kuylaars. Aber was passiert mit diesem Schlamm? Das abgesaugte Material kommt auf ein Siebfeld. Es wird dabei auch kontrolliert, ob versehentlich Fische gefangen wurden. Diese würden dann wieder freigelassen werden, betont die Stadt. In einer Aufbereitungsanlage wird der Schlamm sortiert. Das Wasser wird gereinigt und im Anschluss wieder in den Teich geschüttet. Der entwässerte Schlamm wird gesammelt und anschließend entsorgt. „Er ist dann richtig trocken und sieht aus wie Erde“, sagt Kuylaars. Der Schlamm werde auf unterschiedlichen Deponien entsorgt. Denn die Schlammqualität der beiden Teiche unterscheide sich, sagt Kuylaars.

Ursache für das drohende umkippen

Ursache für das drohende umkippen

„Das Worst-Case-Szenario wäre gewesen, wenn die Teiche während der Laga umgekippt wären.“ Das hätte sich etwa durch unangenehmen Geruch oder tote Fische gezeigt. Die Entschlammung führt dazu, dass die Gewässer sauberer sind. Im Teich des Neuen Stadtgartens wurde so etwas seit seiner Entstehung noch nicht durchgeführt.

Zweiter schritt: gewässerstreifen aufwerten

Zweiter schritt: gewässerstreifen aufwerten

Die Entschlammung ist aber nur ein Teil der Maßnahme: Im zweiten Schritt werden die Gewässerstreifen aufgewertet. So wird etwa die Uferböschung mit Blutweiderich, Mädesüß, Sumpf-Schwertlilie und Sumpfdotterblume bepflanzt, die Laub und Kleinmaterialien abfangen sollen. Denn Ursache für das drohende Umkippen des Gewässers ist Laub und Kot von Gänsen sowie Enten. Außerdem werden einzelne Äste an Bäumen abgeschnitten, damit weniger Blätter in das Wasser fallen können, sagt Kuylaars.

Maßnahmen für die tiere

Maßnahmen für die tiere

Aber auch die Tiere betrifft die Maßnahme: So werden Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse angebracht. „Hier gibt es schließlich den Eisvogel.“ Die Kästen tragen zum Arten- und Naturschutz bei. Damit das Wasser zukünftig sauberer bleibt, betreibt die Stadt ein Gänsemanagement. In diesem Rahmen werden zum Beispiel deren Eier durch Attrappen ausgetauscht.

Zufriedenheit mit dem baufortschritt

Mit dem Baufortschritt zeigten sich die Anwesenden zufrieden. „Die Methode ist gerade noch ein Experiment – wenn es gut läuft, können wir uns vorstellen, das bei weiteren Gewässern anzuwenden“, sagt Kuylaars.

Fördermittel und stadtklima

Wenn die Maßnahme bis Ende 2025 abgeschlossen ist, erhält die Stadt Fördermittel in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Das bekommt sie auch, weil die Maßnahme das Stadtklima abkühlt, erklärt der Leiter des Amtes für Umwelt und Klima. Denn in der Nähe eines gesunden Gewässers sei es automatisch kühler. Die Kühlung entsteht durch die Verdunstung. „So einen Temperaturunterschied kennt man von einem Waldspaziergang – dort ist es auch kälter“, erklärt er.