Katherina Reiche: Herausforderungen und Kritik an der Bundeswirtschaftsministerin
Frühe aufstehzeiten und disziplin
Katherina Reiche steht morgens um 4.30 Uhr auf und absolviert ihr tägliches Sportprogramm. Sie ist fleißig und eisern mit sich selbst. Ihre Disziplin hilft ihr, ihren anspruchsvollen Job als Bundeswirtschaftsministerin zu meistern.
Anti-habeck-kurs
Reiche trat vor fünfeinhalb Monaten an, um die Energiewende zu ändern. Sie tauschte die gesamte Führungsspitze des Ministeriums aus und setzte den Klimaschutz nicht mehr als oberstes Ziel.
Kritik und unzufriedenheit
Ihr Anti-Habeck-Kurs funktioniert nicht ganz, da Habeck auch nicht alles falsch gemacht hat. Wirtschaftsverbände und der Mittelstand sind unzufrieden, weil sie sichtbare Ergebnisse vermissen. Auch in den eigenen Reihen gibt es Kritik an ihren Alleingängen.
Eu-kommission und gas-kraftwerke
Die EU-Kommission genehmigt nicht ihren Plan für den Zubau von mindestens 20 Gigawatt an Gas-Kraftwerken. Brüssel genehmigt höchstens 12,5 Gigawatt. Die neuen Gaskraftwerke werden wohl erst im Frühjahr 2026 ausgeschrieben.
Klimaschutz und ccs
Reiche setzt beim Klimaschutz vor allem auf CCS, die Speicherung von CO2 im Boden. Die EU-Kommission ist geneigt, Habecks Plan zu stützen, nur solche Gaskraftwerke zu bauen, die später auf Wasserstoff umgerüstet werden können.
Energiewende monitoring
Reiche hielt sich nicht an den Mittelwert für den in dem Gutachten prognostizierten Strombedarf, sondern wählte die geringste Menge. In der Folge müssen bis 2030 weniger Windräder und Solarparks neu installiert werden.
Medien und pr
Anders als ihr Lebensgefährte, der frühere CSU-Wirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, ist Reiche kein PR-Profi. Sie wirkt versteinert in Interviews und meidet Talkshows. Beim parlamentarischen Abend der Wirtschaftsverbände unterstellte sie Journalisten eine Aufmerksamkeitsspanne von der Dauer eines Espressos.
Reise nach washington
Reiche wollte nach Washington reisen, um Investoren zu sprechen, aber die Reise wurde wieder abgesagt. Das tat dort auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil.