Wohnungseinbrüche nehmen wieder zu

Polizeiliche kriminalstatistik

Die bundesweite polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass Wohnungseinbrüche wieder zunehmen. 2024 wurden 78.436 Fälle einschließlich der Einbruchsversuche registriert, im Jahr davor waren es 77.819. Die Aufklärungsquote lag bei 15,3 Prozent. Auch der finanzielle Schaden steigt. 340,6 Millionen Euro Schaden durch Diebesgut und Beute verzeichnete die Statistik im vergangenen Jahr, 2023 waren es 269,4 Millionen Euro. Eingebrochen wurde laut Polizei vor allem über leicht erreichbare Fenster, Wohnungs- oder Balkontüren.

Einbruchschutz in der dunklen jahreszeit

Einbruchschutz in der dunklen jahreszeit

Und jetzt kommt die Jahreszeit, in der es früher dunkel wird. „Das ist die Zeit für Einbrecher, weil diese Dämmerungszeiten sich in den früheren Abend verschieben. Dann sind die Menschen noch bei der Arbeit und die Wohnungen sind leer“, weiß Sicherheitsexperte Christian Weicht vom Netzwerk „Zuhause sicher“: „Es wird nicht in der Nacht eingebrochen, wenn die Menschen zu Hause sind, weil das auch für den Einbrecher gefährlich ist. Die kommen meist dann, wenn keiner zu Hause ist.“

Präventionsplakette kann abschrecken

Präventionsplakette kann abschrecken

Wenn man das eigene Zuhause mit einbruchhemmender Sicherheitstechnik gemäß polizeilicher Empfehlung und mit Rauchmeldern gemäß Bauordnung ausgestattet, eine gut lesbare Hausnummer an der Hauswand angebracht und ein Telefon am Bett platziert hat, kann man die Präventionsplakette des Netzwerks „Zuhause sicher“ erhalten. Plaketteninhabern gewähren die im Netzwerk „Zuhause sicher“ engagierten Versicherer einen Nachlass auf die Hausratsversicherung. Gut sichtbar am Haus angebracht, kann die Präventionsplakette zudem Einbrecher abschrecken, da sie signalisiert: „Stopp! Dieses Haus ist abgesichert!“.

Einbruchschutz beginnt beim eigenen verhalten

Einbruchschutz beginnt beim eigenen verhalten

Daher sollte man an einen entsprechenden Einbruchschutz denken. Das fängt – einfach und kostenlos – beim eigenen Verhalten an. Fenster und Türen, rät die Polizei, sollten immer verschlossen sein, egal, ob man nur kurz zum Bäcker geht oder für längere Zeit das Haus oder die Wohnung verlässt. Liegen im Herbst Unmengen von Laub auf der Auffahrt, quillt während des Urlaubs der Briefkasten vor Post über oder hängt eine Notiz für den Paketboten an der Tür, die Sendung bitte nebenan abzugeben, kann das sehr einladend auf Einbrecher wirken. Denn Langfinger scheuen die Konfrontation mit den Bewohnern und ergreifen eine Einbruchsgelegenheit, wenn sie glauben, keiner sei zu Hause. Empfehlenswert ist daher, auf Abwesenheitsnotizen zu verzichten, für die Urlaubszeit die Zeitung abzubestellen und Nachbarn um Hilfe zu bitten, bei Bedarf Laub zu fegen, Schnee zu schippen oder den Briefkasten zu leeren.

Technische tricks zur simulation von anwesenheit

Technische tricks zur simulation von anwesenheit

Auch mit technischen Tricks lässt sich Anwesenheit simulieren. Mit Hilfe beispielsweise von Smart-Home-Systemen werden Lampen nacheinander angeschaltet, die Jalousien mit Beginn der Dämmerung automatisch heruntergelassen oder auch der Fernseher zeitweilig eingeschaltet. All das schreckt Einbrecher ab. Durchschauen Einbrecher diese Täuschung und treffen die Entscheidung, in eine Wohnung oder ein Haus einzusteigen, ist es mechanische Sicherheitstechnik an Fenstern und Türen, die Täter wirksam aufhalten kann.

Mechanische und elektronische sicherheitstechnik

Ob einbruchhemmende Beschläge, Mehrfachverriegelungen oder abschließbare Fenstergriffe, die mechanische Sicherheitstechnik kann dafür sorgen, dass der Einbruch im Versuch stecken bleibt. Bei Bedarf kann die Mechanik mit elektronischer Sicherheitstechnik kombiniert werden, sodass der Einbruchversuch von einer Einbruchmeldeanlage direkt an eine Notruf- und Serviceleitstelle gemeldet wird. „Wenn der Bewegungsmelder draußen ist und für Licht sorgt, ist das natürlich nicht verkehrt. Dabei ist aber auch wichtig, wie weit einsehbar das Grundstück ist. Wenn es dumm läuft, kann es sein, dass es eher dem Einbrecher dient. Darauf muss man achten“, gibt Weicht zu bedenken: „Alarmanlagen sind gut und am besten ist eine Kombination aus allem. Durch mechanische Sicherungen im Haus an Türen und Fenstern verknüpft mit der elektronischen Anlage hat der Einbrecher weniger Zeit für seine Tat. Am besten geht der Alarm schon los, wenn der Einbrecher sich am Fenster zu schaffen macht. Aber nur eine Einbruchmeldeanlage ist zu wenig.“

Einbruchschutzkonzept für das eigene zuhause

Wie kann ein Einbruchschutzkonzept konkret für das eigene Zuhause aussehen? „Hier helfen die örtlichen polizeilichen Beratungsstellen. Sie informieren kompetent und neutral zu Täterarbeitsweisen, Schwachstellen am Wohnobjekt und sprechen Empfehlungen zur Sicherung aus“, weiß Carolin Hackemack, Geschäftsstellenleiterin von „Zuhause sicher“. Im Netzwerk kooperieren Polizeibehörden, Handwerksbetriebe, Industrieunternehmen und Versicherer. Sie engagieren sich gemeinsam für Einbruchschutz und Brandschutz in Häusern und Wohnungen. Die Basis für dieses Engagement bildet die polizeiliche Empfehlungspraxis. Nach dieser ist geprüfte, mechanische Sicherheitstechnik grundlegend für die Absicherung von Haus und Wohnung. Sinnvoll ergänzen kann man die Mechanik bei Bedarf mit geprüften elektronischen Sicherungen. Gemeinsam mit Maßnahmen der Verhaltensprävention können Einbrecher wirksame Hürden entgegengestellt und das Einbruchsrisiko minimiert werden. „Darüber hinaus könnte man sich mit den Nachbarn absprechen – insbesondere in Mehrfamilienhäusern. Wenn dort jemand durch die Flure geht, den man nicht kennt, sollte man diese ansprechen“, sagt Weicht und ergänzt: „Bei Einfamilienhäusern gilt das für Unbekannte, die in der Straße sind. Da sollte man die Nachbarschaft für sensibilisieren. Und wenn es einem zu komisch vorkommt, kann man auch die Polizei verständigen.“

Fachgerechter einbau der sicherheitstechnik

Die beste geprüfte Sicherheitstechnik hilft jedoch nicht, wenn sie nicht korrekt eingebaut wurde. Für die fachgerechte Umsetzung der polizeilichen Empfehlungen zum Einbruchschutz kann man in den örtlichen Schutzgemeinschaften des Netzwerks „Zuhause sicher“ und auf den polizeilichen Adressennachweisen sachkundige Fachunternehmen finden. Und Sicherheitsexperte Weicht sagt: „Internationale Studien haben gezeigt, dass in Gebäude weniger eingebrochen wird, wenn am Gebäude auf die verbaute gute Sicherheitstechnik hingewiesen wird. Darum vergeben beim Nachweis ausreichender Sicherheitstechnik einige Polizeibehörden und das Netzwerk ,Zuhause sicher‘ entsprechende Plaketten.“